2 Stunden, von Zuhause
verfasst von Tijana
Heute habe ich mich weiter mit dem 2. Epeisodion beschäftigt. Eigentlich kann man sagen, dass ich schon fertig bin. Allerdings habe ich zwischendurch ein paar Textstellen ausgelassen, da ich einfach nicht wusste, was ich schreiben sollte. Ich werde jetzt eine Pause machen und den Text morgen das allerletzte Mal fertig überarbeiten und eventuell Lilja um Hilfe fragen, damit ich dann mit einem neuen Epeisodion beginnen kann.
Selbstreflexion:
Heute habe ich das Gefühl, dass ich sehr gut vorangekommen bin. Natürlich ist noch nicht alles perfekt aber auf dem guten Weg dorthin. Anfangs hatte ich Mühe mit dem 2. Epeisodion weil ich einfach nicht richtig reingekommen bin. Der Wächter und Kreon haben zu Beginn sehr lange Monologe, die ziemlich schwer zu verstehen sind. Ebenso werden häufig Fremdwörter benützt, die ich nicht verstehe und daher oft übersetzen muss. Ich bin mir diese "antike Sprache" einfach noch nicht so gewöhnt, da ich bis jetzt noch nicht viele Bücher gelesen habe, die ähnlich wie Antigone sind. Jetzt kann ich aber sagen, dass ich mich viel sicherer beim Schreiben fühle und auch, das was ich schreibe, mir gefällt.
Vor allem hat mir jedoch Spass gemacht, Kreons Zeilen zu schreiben, da ich weiss, dass Saïd in unserer Inszenierung Kreon spielen wird. Ich kenne Saïd nun sehr gut und daher konnte ich mir im Kopf immer perfekt ausmalen, wie er die Textzeilen aussprechen und welche Gesten er dabei machen würde. Bis jetzt klingt es in meinen Kopf sehr gut, ich hoffe nur, dass es dann auch in Wirklichkeit so wird, wie ich es mir wünsche.
Genauso ist es mit dem Wächter. Ein Freund von Saïd, namens Colin, hat sich bereiterklärt in unserem Stück mitzuspielen und für ihn sahen wir die Rolle des Wächters als "perfekt" an. Es macht um einiges mehr Spass etwas zu schreiben, wenn man weiss, dass man für diesen Charakter ein Gesicht hat. So kann man das Geschriebene auch auf die Person anpassen.
Beim Schreiben habe ich auch einige Techniken angewendet, die ich sehr gut finde. Wenn ich mir bei einer Stelle total unsicher bin und weiss, dass ich sie anders formulieren muss, markiere ich sie rot. So weiss ich dann für das nächste Mal, was ich noch zu tun habe. Die grün markierten Teile mache ich für Lilja. Bei denen handelt es sich meist um Stellen, bei denen ich mir unsicher bin, ob es sie in unserer Inszenierung gibt und falls ja, wie wir diese ändern können.
So gibt es eine Stelle, in der Kreon "Knechte" anspricht, die Antigone und Ismene forttragen sollen. Hier bin ich mir unsicher, da ich weiss, dass wir nicht genügend Schauspieler haben. Meiner Meinung nach lohnt es sich nicht, extra Leute zu arrangieren für eine Stelle, die nicht einmal eine Minute geht. Hier könnte man die Knechte zum Beispiel mit dem Wächter ersetzen aber eben, dies werde ich mit Lilja noch genauer anschauen.
Des Weiteren fällt mir oft ein, wie das Bühnenbild denn aussehen könnte und dies notiere ich mir dann auch lieber gleich als Sicherheit. Es muss nicht heissen, dass wir es dann so machen werden, aber jede Idee, die mir in den Sinn kommt, schreibe ich mir sicherheitshalber für später auf. Man weiss ja nie!
Heute bin ich wirklich zufrieden mit meiner Arbeit und hoffe natürlich, dass Lilja ebenso zufrieden sein wird.
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