Mittwoch, 20. Juni 2018

Zwischenpräsentation

30 Minuten, im Zimmer 9110 der Kanti
verfasst von Lilja, in Zusammenarbeit

Heute hatten wir unsere langersehnte Zwischenpräsentation, wo wir endlich unser harte Arbeit vorstellen konnten. 

Wir haben beide schon einige Erfahrungen mit Präsentationen vom regulären Unterricht, wo wir oft vor die Klasse stehen und über ein bestimmtes Thema reden müssen. Doch wir wussten, dass es dieses Mal etwas Anderes sein würde. Das erste Mal präsentieren wir etwas, mit dem wir uns über Monate beschäftigt haben, etwas, das wir selber erschaffen haben. Niemand kennt sich besser mit unserer Maturaarbeit aus, als wir zwei. Deshalb mussten wir nur noch selektieren, was alles in unsere Präsentation gehört. Wichtig waren natürlich die Ideenfindung, die Vorstellung des Zwischenproduktes und unsere einzelnen Arbeitsschritte.


Uns war sehr wichtig, dass unsere Präsentation einen roten Faden hat. Wir haben mit einem Einschnitt aus unserem Theater begonnen, mit dem Gespräch zwischen Antigone und ihrer Schwester Ismene. Wir haben uns für diesen Teil entschieden, weil hier gleich der zentrale Konflikt präsentiert wird: das Verbot von Kreon, Polyneikes zu bestatten. Wir haben es so eingefädelt, dass Tijana ein Satz aus der alten Ausgabe einwirft und ich sie dann korrigiere und so gleich die Idee unserer Maturaarbeit erkläre. Diesen Stil wollten wir über die gesamte Präsentation beibehalten, so dass wir uns immer gegenseitig den Ball zuspielen und so schöne Übergänge vom einen Thema zum anderen schaffen.

Im Verlauf der letzten Woche ist noch der Name unseres Stücks dazugekommen:
Antigoneo

"Neo" bedeutet auf Griechisch "neu" und genau das ist unser Stück: eine neue Version von Antigone. Das haben wir heute dann auch noch erwähnt. Wir sind froh, dass wir endlich einen passenden Namen gefunden haben. Die Idee kam von Tijanas Mutter. Wir haben immer gesagt, dass wir nicht verzweifelt nach einem Namen suchen möchten und genau das haben wir auch nicht, er ist zu uns gekommen, dass war uns wichtig.

Das Gemeine war, dass wir so viel zu erzählen gehabt hätten und gerne alles bis ins kleinste Detail erklären wollten, doch es gibt ein Zeitlimit und dieses beträgt lediglich 15 Minuten Präsentationszeit. Die grösste Schwierigkeit war es daher auszusortieren, was alles wichtig war und was wir weglassen mussten, weil wir sonst das Limit  überschritten hätten. Uns wurde von Schülern aus höheren Jahrgängen, die die Maturaarbeit bereits abgeschlossen haben, zu getragen, dass eine Überschreitung des Zeitlimits zu einem Abzug der Note führen würde und dies schien uns ein unnötiger Fehler, den wir unbedingt vermeiden wollten. Dies führte dazu, dass wir manches, wie zum Beispiel das genaue Vorgehen beim Umschreiben des Stücks nicht erklärten, was vielleicht wirklich noch gut gewesen wäre. 

Die an die Präsentation anschliessende Fragerunde der Betreuungspersonen hat uns zuvor Angst eingejagt, doch sie war am Ende gar nicht so schlimm und ich denke, dass wir sie zusammen gut gemeistert haben. Durch die Fragen habe ich erst gemerkt, dass ich mir zu manchen Aspekten wenig (vielleicht sogar zu wenig) Gedanken gemacht habe und sie haben mir geholfen, meine Arbeit aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Eine Frage war, was denn für uns, Tijana und mich, die "moderene" Sprache sei und ich denke, dass war die schwierigste. Ich denke, dass genau das sie Schwachstelle unseres umgeschriebenen Skripts ist, denn es ist nicht alles genau gleich geschrieben und ich denke, dass werden die Betreuungspersonen sicherlich kritisieren. Aber es ist ja auch erst eine erste Version von Antigoneo. Natürlich müssen wir noch viel an dem Text arbeiten, bevor wir ihn an unsere Schauspieler weiterreichen können. Das macht aber auch nichts in meinen Augen, da Frau Ferrari ja uns versichert hat, dass das Stück noch nicht im Endstadium sein muss bis zur Zwischenpräsentation.

Jetzt gönnen wir uns seit Langem mal wieder einen freien Mittwochnachmittag ohne Maturaarbeitsstress und machen dann nächste Woche mit neuem Elan weiter. Ich finde, dass haben wir uns verdient. Wir sind schon gespannt auf die Rückmeldung von unseren Betreuungspersonen.

Mittwoch, 13. Juni 2018

Abgabe

2,5 Stunden, in der Mediothek
verfasst von Tijana, in Zusammenarbeit

Heute ist es soweit! Die Abgabe für unser Zwischenprodukt ist endlich da. Gestern Nachmittag haben wir uns im Manor getroffen, um die letzten Schritte zu besprechen. Said war uns eine grosse Hilfe, denn er konnte uns mit dem Layout für unser Skript helfen. Dies ging etwa zwei Stunden, da wir immer das Problem hatten, dass sich alles verschoben hat, was sehr nervenaufreibend war. Natürlich wollten wir auch, dass es schön aussieht. Mit dem Ergebnis sind wir nun mehr als zufrieden. Hier ist unser ausgedrucktes Skript zu sehen. Lilja musste sofort ein Bild machen und es allen schicken. Wir sind so glücklich unsere Arbeit endlich in den Händen halten zu können. Es fühlt sich noch ganz unreal an.



Heute haben wir ebenfalls unser Regiekonzept fertiggestellt. Wir mussten noch einige Punkte zur Regie selbst und um was es in dem Stück geht verfassen. Gegen Ende wurden wir beide sehr müde und nervös, weil wir einfach nur noch abgeben wollten. Noch einmal durchlesen und fertig. Wir eilten zum Drucker, druckten alles aus und waren zuerst einmal baff. Ich kann gar nicht in Worte fassen wie glücklich wir waren, es endlich geschafft zu haben. Auf dem Weg trafen wir Herr Schatzmann und konnten ihm gleich unsere Arbeit überreichen. Als wir abgegeben haben, mussten wir uns gleich in die Arme nehmen. Es war so ein tolles und befreiendes Gefühl. Ich bin wirklich stolz auf uns.
Stolz präsentieren wir unsere Arbeit

Montag, 11. Juni 2018

Regiekonzept

3 Stunden, zu Hause
verfasst von Lilja

Ich habe den gesamten Abend damit verbracht, am Regiekonzept zu arbeiten. 
Von unseren Schauspielern haben wir jeweils ein Bild, ihr Alter und ihren "Theaterlebenslauf" erhalten, die ebenfalls reinkommen, gefolgt von ihren Rollen. Diese muss ich morgen noch fertig schreiben. Zudem habe ich einen Grundriss der Bühne des Salzhauses gefunden auf deren Website und kann nun unser Bühnenbild darauf einzeichnen. Wir müssen noch jede Szene beschreiben, was darin passiert und unsere allgemeine Beschreibung zur Inszenierung fehlt ebenfalls noch.

Selbstreflexion:

Ich merke, wie ich immer müder werde. Wie der Druck steigt, weil die Abgabe näher Rückt und die Arbeit nicht weniger wird. Ich habe morgen noch zwei andere Prüfungen und auch danach laufen die Vorbereitung zur Zwischenpräsentation parallel zum Lernen für fast jedes Schulfach. Ich kann erst wieder aufatmen, wenn die Zwischenpräsentation vorbei ist. Einerseits freue ich mich endlich präsentieren zu können, an was ich nun über Monate gearbeitet habe, aber zu anderen habe ich Angst, zu wenig gemacht zu haben, die Zeit falsch investiert zu haben. Aber es ist gut, dass wir eine erste richtige Rückmeldung zu unser Arbeit bekommen und uns anhand von dieser verbessern können.


Tijana hat das gesamte Wochenende das Skript mit ihrer Mutter überarbeitet und ich mache nun den Grossteil des Regiekonzeptes. Morgen Abend gibt es dann das letzte gemeinsame Treffen, den Endspurt und dann wird das Regiekonzept und das Skript endlich ausgedruckt. Ich freue mich bereits auf den Moment, wenn wir alles unseren Betreuungspersonen abgeben können.

Stück überarbeiten

zu Hause
verfasst von Tijana


Ich habe die letzten drei Tage damit verbracht, das komplette Stück zu überarbeiten. Ich muss sagen, dass ich mit meinen Nerven ziemlich am Ende bin. Ich hätte nie in meinem ganzen Leben gedacht, dass dies so lange dauern würde. Ich kann nicht einmal sagen, wie lang ich überhaupt dafür gebraucht habe. Ich habe schon aufgehört die Stunden zu zählen. Am Samstag und Sonntag war ich bis 01:30 Uhr wach.
Als wir das ganze Stück zusammengetragen haben war ich unglaublich glücklich und stolz auf unser Werk. Ich dachte nur, dass ich eventuell ein paar Stellen umschreiben muss und die Kommas korrigieren. Jedoch wurde eine riesige Arbeit daraus. Mir wurde schnell klar, wie unzufrieden ich eigentlich mit unserer Arbeit bin, als ich anfing zu überarbeiten. Ein riesen Problem war, dass Lilja und ich uns die Arbeit aufgeteilt haben. Als Beispiel: Ich habe mit dem Prolog und dem 2. Epeisodion angefangen. Lilja hingegen mit dem 1. und 3. Epeisodion. Wir haben also immer zwischen den Epeisodions abgewechselt. Dies hat dazu geführt, dass die Übergänge total unstimmig waren. Ebenfalls haben Lilja und ich hauptsächlich mit dem Originaltext von Antigone gearbeitet. Wir sind dabei vorgegangen, dass wir Satz für Satz übersetzt haben. Grosse Textpassagen haben wir einfacher zusammengefasst. Hier war das Problem, dass man gemerkt hat, dass wir einfach Satz für Satz übersetzt haben. Natürlich waren auch viele Stellen sehr gut, doch mit dem Grossteil war ich nicht wirklich zufrieden. Also habe ich angefangen zu überarbeiten. 
Meine Mutter war immer da, wenn ich Schwierigkeiten mit dem Verständnis des Textes hatte, was mir wirklich sehr geholfen hat und ich auch unglaublich dankbar war. 
Sie hat mir ebenfalls vorgeschlagen, unbedingt mit den Interpretationen zu arbeiten.
Bei Liljas Text fiel mir leider ein paar Mal auf, dass sie ein paar Textstellen im Buch falsch verstanden hat. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig richtig zu lesen, mit Interpretationen zu arbeiten und darüber zu reden.  Antigone ist ein sehr schwieriges Werk und ich denke, dass keinem von uns dies wirklich bewusst war. Daher musste ich bei ein paar Textstellen oder sogar ganzen Epeisodions von ganz vorne beginnen. Dies war eine unheimlich grosse Arbeit. 

Selbstreflexion:
Ich habe die Erläuterungen bestimmt tausend Mal gelesen. Langsam kann ich das ganze Stück auswendig. Für mich ist es sehr wichtig, dass ich am Schluss sagen kann, dass der Text zu 1000% perfekt ist. Natürlich wird er das nie sein, jedoch will ich unser Skript mit bestmöglichem Gewissen abgeben können. Dabei ist mir auch wichtig, dass alle wichtigen Aspekte vorkommen und Lilja und ich die Hauptaussage des Buches auch wirklich verstanden haben. Ich habe mir wirklich zu jeder Szene Gedanken gemacht. Nichts ist einfach mal so dahingeschrieben, sondern wurde unzählige Male durchdacht. Jetzt ist unser Stück fertig. Ich hoffe Lilja wird es genauso sehr lieben wie auch ich. Ich denke, dass wir etwas wirklich Einzigartiges auf die Beine gestellt haben und ich kann es kaum erwarten zu sehen, wenn die Schauspieler unseren Text zum Leben erwecken. 
Ich habe jetzt schon viel durch unsere Maturaarbeit gelernt. Falls ich jemals wieder ein Theaterstück schreiben sollte, würde ich einiges anders machen. Ich würde den Text nicht aufteilen. Das aufteilen hat leider zu vielen Schwierigkeiten geführt. Man hat gemerkt, dass zwei Personen die Texte verfasst haben und sie nicht gut übereinstimmen. Des Weiteren würde ich nicht mehr einfach Satz für Satz übersetzen. Dies hat dazu geführt, dass wir beide ziemlich altmodisch geschrieben haben. Meine wie auch Liljas Mutter meinten beim durchlesen, dass der Text zu veraltet klingt. Das machte mich sehr traurig, da in unserem Vertrag steht, dass wir die Sprache modernisieren möchten. Ich fand es ziemlich interessant, dass wir beide so grosse Mühe hatten modern zu schreiben. Normalerweise fällt uns dies überhaupt nicht schwer aber ich denke, da wir uns zu sehr vom Buch leiten liessen, sind wir schnell in die ähnliche Sprache gerutscht. Ich würde in der Zukunft den Text zu zweit verfassen. Natürlich ist das ein grosser Aufwand sich ständig zu treffen und stundenlang zusammen zu arbeiten aber ich denke, dass ich schlussendlich einen grösseren Aufwand hatte, alles zu überarbeiten. Hätten wir von Anfang an zusammengearbeitet, hätten wir nicht mehr so viel korrigieren und ändern müssen. Aber naja, vorbei ist vorbei. Leider können wir jetzt nichts mehr daran ändern. Aus Fehlern lernt man. Es ist das erste Mal für uns, dass wir uns an so eine schwierige Aufgabe wagen. Bei meinen GSW-Arbeiten musste ich auch viel schreiben, jedoch habe ich mir noch nie so viele Gedanken zu einer Arbeit wie zu dieser gemacht. Jetzt verstehe ich auch, wiso man so viel Zeit für die Maturaarbeit bekommt. Man braucht wirklich jede Sekunde davon. Ich habe jetzt schon das Gefühl, dass ich durch die Maturaarbeit gewachsen bin. Es war schwierig ja, aber ich bereue keine Minute, dass ich mich dazu entschieden habe, ein Theaterstück zu machen. Ich würde es immer wieder tun. Eine schöne Erfahrung fürs Leben, die ich mit Lilja machen darf. 

Donnerstag, 7. Juni 2018

Die Vorgeschichte (Proprologos)

3 Stunden, von Zuhause
verfasst von Tijana


Eigentlich sind wir so gut wie fertig mit dem Umschreiben unseres Stücks, doch was uns noch fehlt, ist die Vorgeschichte. Zu Beginn habe ich ein Dokument erstellt, indem ich die Geschichte von Ödipus kurz zusammengefasst habe. Lilja und ich haben diese besprochen und uns entschieden, dass wir mit zwei Kerzen (stehend für den Tod beiden Brüder) die Bühne betreten und dem Publikum eine kurze Vorgeschichte erzählen. Wir waren beide sehr zufrieden mit dieser Idee. Als ich mich jedoch an die Arbeit machte, habe ich gemerkt, dass mir irgendetwas nicht gefällt. Zu langweilig, dachte ich. Also habe ich angefangen mir Gedanken zu machen. Dabei kam mir etwas ganz Besonderes in den Sinn. Zwei Seherinnen. Schwestern, die auf der Durchreise an Lintija vorbeikommen. Sie haben schon vieles gehört und gesehen, vor allem von dem Fluch, der auf der Labdakiden Familie liegt. Dieser Fluch wiederholt sich nämlich alle Tausend Jahre. Somit wird dem Publikum bewusst, dass wir uns nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft befinden. Die zwei Seherin führen zusammen ein Gespräch und reden so über Ödipus und seine Familie. Ebenfalls reden sie von dem Krieg, die die beiden Brüder Polyneikes und Eteokles geführt und sich gegenseitig getötet haben. Dabei kam ihr Onkel Kreon an die Macht. Zu guter Letzt zünden die zwei Seherinnen zwei Kerzen für die gefallenen Brüder an und verlassen die Bühne.
Zunächst kam es so raus, dass ich deine Seherin als die Unwissende und die andere als die Weise darstellte. Die Unwissende fragt daher ständig Fragen, die die Weise dann beantwortet. Jedoch merkte ich schnell, dass dies keinen Sinn ergibt, da beide Seherinnen sind. Die Eine kann demnach alles andere als unwissend sein. Gelöst habe ich das Problem indem ich sie einfach ein normales Gespräch führen liess. 

Selbstreflexion:
Ich glaube, dass ich bis jetzt noch nie so zufrieden mit einer Textstelle wie mit dieser war. Ich finde, dass ich das sehr gut gelöst habe, indem ich Lilja und mich als zwei Seherinnen auftreten lasse. Dies machte das ganze perfekt passend zum Rest der Geschichte. Auch weil wir eine Seherin Teiresia haben. Somit gibt es in unserer Welt nur weibliche statt männliche Seher. Mich macht es sehr glücklich, dass Lilja und ich auch in unserem Theaterstück mitwirken können. Wir haben dies nämlich erschaffen und desto schöner ist es auch, dass wir eine Rolle in dieser Welt verkörpern. Ich hoffe Lilja wird nicht böse sein, dass ich etwas komplett Neues daraus gemacht habe. Ich hoffe sie wird den Anfang genauso sehr lieben wie ich.

Mittwoch, 6. Juni 2018

Stück zusammenstellen

2,5 Stunden, in der Kanti
verfasst von Tijana, in Zusammenarbeit


Kaum zu glauben aber unser Stück nimmt langsam immer mehr Form an. Man kann fast schon sagen, dass wir beinahe fertig sind. Die Epeisodions, der Prolog und der Exodus stehen schon. Ich kann es immer noch kaum glauben und es fällt mir schwer zu realisieren, während ich diese Worte gerade schreibe. Natürlich haben wir noch einiges zu machen, so ist das nicht aber das wir das Wichtigste als Rohfassung schon haben, macht uns natürlich umso mehr glücklich. Jetzt fehlen nur noch zwei Stasimons, also die Abschnitte zwischen den Epeisodions, wo der Chor spricht und die Vorgeschichte. Wie in einem früheren Eintrag erklärt, möchten wir unbedingt die Vorgeschichte und wo wir uns gerade befinden unseren Zuschauern mitteilen. Diesen Part werden dabei Lilja und ich übernehmen und daher müssen wir den Text dafür unbedingt auch noch verfassen. Ich habe mir vorgenommen diesen bis spätestens Samstag bereit zu haben. Wegen den Stasimons sind wir uns noch ein wenig unsicher. Der Chor redet oft verwirrendes Zeug und wir wissen nicht, wie wichtig dies für unser Stück tatsächlich ist. Ebenso konnten wir feststellen, dass unser Stück jetzt schon viel zu lange ist. Wir werden auf jeden Fall ein paar längere Passagen streichen müssen. Zwei Stasimons haben wir fürs Erste gelassen, die bereits Lilja verfasst hat. Ein Stasimon haben wir jedoch heute gestrichen, da wir festgestellt haben, dass er nicht unbedingt nötig ist. Die kommenden Tage werde ich mich also noch mit den Stasimons und der Vorgeschichte beschäftigen. 
Ebenso haben wir heute versucht unseren ganzen Text in ein Word Dokument zu packen und ich muss sagen, dass wir uns unheimlich darüber aufregen mussten. Mit Office 365 haben wir immer unsere jeweiligen Dokumente online gestellt, damit wir beide Zugriff auf  diese haben und sie bearbeiten können. Leider hat uns der Mist unser ganzes Layout verschoben und es sieht einfach nur katastrophal aus. Lilja war komplett am Ende mit ihren Nerven und hätte am liebsten ihren Laptop auf den Boden geschmissen. Ebenfalls hat es bei den Textstellen, die wir extra farbig markiert haben, um sie nochmals zu besprechen/ändern die Farbe nicht angenommen. In unseren Augen ein weiterer Grund um endlich nach Hause zu gehen. 


Selbstreflexion:
Unsere Arbeit heute hat eigentlich sehr gut begonnen. Ich war sehr motiviert, da es mich sehr glücklich macht zu sehen, wie sich die Arbeit am Umschreiben zum Ende neigt. Wir haben zusammen die Epeisodions angeschaut, die wir auf heute geschrieben haben. Dabei haben wir vor allem die Stellen besprochen, die wir rot markiert haben. Das 5. Epeisodion und der Exodus sind meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Man merkt nun, dass wir mehr Erfahrung mit dem Schreiben haben und das wir um einiges selbstsicherer geworden sind  als noch vor ein paar Wochen. Ich denke, dass dies ein grosser Fortschritt ist und wir sehr Stolz auf uns sein können. Ich jedenfalls bin es, ich hoffe Lilja natürlich auch. 
Leider hat uns das Zusammenstellen des Textes grosse Mühe bereitet, weswegen wir beide total genervt wurden. Es hätte sowieso keinen Sinn mehr gemacht weiter zu machen, da schlicht und einfach die Luft raus war. Wir werden das Zusammenstellen und das Layout fürs Erste zur Seite schieben und wieder in Angriff nehmen, wenn wir das komplette Stück haben. Trotzdem kann ich sagen, dass ich mit einem lächeln nach Hause gehen konnte. Die Technik hat uns zwar den Schluss des Tages versaut jedoch die Vorstellung unser eigenes Theaterstück bald in den Händen halten zu können, umso mehr versüsst.
 

Dienstag, 5. Juni 2018

Kurzes Meeting an der Stapferstrasse

1,5 Stunden, bei Lilja zu Hause
verfasst von Lilja, in Zusammenarbeit

Heute kam Tijana nach der Schule noch schnell bei mir vorbei und wir besprachen und planten jetzt noch die letzten zwei Wochen, die uns noch bleiben bis zur Zwischenpräsentation. Wir haben aufgelistet, was noch alles getan werden muss und wer, was macht. 

Bis zum Mittwoch, den 13. Juni:

- Stück fertig schreiben
- Korrekturlesen lassen von unseren Müttern und evt. noch mehr Personen
- Regiekonzept
- Zusatzszene (Liebesszene) mit Haimon und Antigone schreiben.

Bis morgen werde ich sicher noch den 3. und 4. Stasimon schreiben und wenn möglich noch die Liebesszene. Denn ich habe mir für morgen Vormittag einen Paragraph 38 genommen, um mich der Maturaarbeit zu widmen. Am Nachmittag werde ich dann an die Kanti gehen um mit Tijana noch die unbesprochenen Szenen gemeinsam anzuschauen. Morgen wollen wir zudem alles mal in ein Dokument reinkopieren, damit wir es dann gleich unseren "Lektoren" geben können. Die haben dann bis Sonntag Zeit, das Stück durchzulesen. Am Sonntag Abend werden Tijana und ich dann wieder treffen (da ich leider das ganze Wochenende wieder in einem Lager bin) und da wollen wir die Korrekturen anschauen, das Layout machen, damit es spätestens am Dienstagabend fertig ausgedruckt werden kann. Während unsere Mütter das Stück lesen werden, arbeiten wir am Regiekonzept.

Umgeschrieben werden muss jetzt noch:
- Vorgeschichte des Stücks (Ödipus, Schlacht von Theben/Lintjia) (Tijana)
- 2.-5. Stasimon (Tijana/Lilja)
- Liebesszene zwischen Haimon und Antigone (Lilja?)
- 5. Epeisodion fertig (Tijana)

Inhalt des Regiekonzept:
- Aufbau des Stücks
- Schauspieler + Rollen vorstellen 
- Was beinhaltet Regie?
- Bühnenbild
- Kostüme
- Licht?
- Proben/Aufführung

Für die Vorstellung der Schauspieler benötigen wir jeweils ein Portrait von jedem und wir möchten ebenfalls dazu schreiben, wie alt sie sind und was für Theatererfahrung sie haben. Nebendran schreiben wir dann die Rolle im Stück und die wichtigsten Merkmale/Charakterzüge der Rolle dazu.
Dazu haben wir in unserem Antigone-Whatsapp-Chat, wo alle Schauspieler, die wir bis jetzt haben, drin sind, gefragt, ob uns alle ein Foto schicken könnten und die gewünschten Angaben. Wir warten jetzt noch auf die Bilder.

Endlich haben wir auch unseren weiblichen Teil des Chors gefunden. Evelyn aus der G3d hat sich bereit erklärt, diese Rolle zu übernehmen. Wir sind sehr froh und denken, dass die Rolle sehr gut zu ihr passt. Sie wird dann immer die Stasimons mit Tim zusammen machen, der den männlichen Teil des Zwillingspaares Chor übernimmt. Wir finden es vor allem beeindruckend, dass Evelyn die Herausforderung annimmt, neben ihrer eigenen Maturaarbeit dennoch mitzumachen und hoffen, dass das gut klappt. Ich habe mit Evelyn bereits bei Romeo und Julia sowie einer Blauen Lunte mitgespielt und kenne ihre Art zu Schauspielern deshalb auch sehr gut, wie ich finde. Sie ist wirklich eine grosse Bereicherung für unser Stück und als ich gestern die Zusage bekam, lief ich erstmals jubelnd durchs Haus und meine Mutter fragte mich, ob bei mir noch alles in Ordnung wäre.

Selbstreflexion:
Die Zeit wird immer knapper. Aber wird haben jetzt endlich einen Überblick über die noch bevorstehende Arbeit und ich muss sagen, wir haben in den letzten Wochen sehr gut gearbeitet. Für mich ist die Arbeit nun ein ständiger Begleiter, der einfach nicht mehr von mir weichen möchte. Ich bekomme immer wieder kleine Panikattacken, wenn ich an die viele Arbeit denke und vor allem, wenn ich an die Abgabe nächste Woche denke. Ich weiss nicht genau, wie es Tijana im Moment ergeht. Das Umschreiben ist für mich aber viel einfacher geworden, es gelingt mir immer besser, gute Ausdrücke zu finden und mir das Gesprochene dann auf der Bühne vorzustellen.

Sonntag, 3. Juni 2018

Exodus. Schluss. Ende.

2,5 Stunden, zu Hause
verfasst von Lilja

Ich habe die Türe geschlossen, das Handy abgeschaltet und das Buch aufgeklappt. So gut wie heute klappte es mit dem Umschreiben noch nie! Ich wollte gar nicht mehr aus dem "Schreibflow" rauskommen und nach 2,5 Stunden hatte ich den umgeschriebenen Exodus von "Antigone" vor mir. Ich weiss nicht, wieso es heute so einfach ging. 

Ausserdem kam mir eine sehr gute Idee während dem Schreiben. In der Schlussszene beschreibt der Wächter, wie er mit Kreon zur Gruft von Antigone geht und dort Haimon vorfindet und sieht, wie dieser sich dann umbringt. Meine Idee für die Inszenierung ist, dass während der Wächter erzählt wie Kreon bei der Gruft ist, der Schauspieler von Kreon hinten auf die Bühne tritt und selber spricht, wenn der Wächter davon erzählt. Immer wenn also der Wächter Kreon zitiert, übernimmt Kreon gleich das Gesprochene. Das Gleiche gilt auch für Haimon und Antigone. Hinten wird also das Erzählte nachgespielt.
Das klingt jetzt vielleicht alles ein wenig verwirrend, aber ich muss die Idee noch ein bisschen besser aufschreiben, damit man im Regiekonzept dann auch versteht, was ich meine.

Wir haben uns überlegt, dass Tijana und ich am Anfang, wenn wir die Vorgeschichte erzählen ebenfalls je eine Kerze in der Hand haben und diese dann ausblasen, wenn wir die eben gestorbenen Brüder Eteokles und Polyneikes erwähnen. Dieses Thema wird im Schluss dann wieder aufgenommen vom Chor, der alleine auf der Bühne steht mit einem Kerzenständer mit drei Armen. Für jeden Verstorbenen gibts eine Kerze, die dann bei der Erwähnung des Namens ausgeblasen wird: Ismene, Haimon und schliesslich Antigone. Sind alle ausgeblasen, endet das Stück mit einem Black. Wir wollen eigentlich, dass es am Schluss nur noch das Licht der Kerzen hat, aber wir müssen noch schauen, ob man immer noch genug sieht im Kerzenschimmer.

Selbstreflexion:
Ich bin sehr zufrieden mit meinem heutigen Schreibfluss. Besonders stolz bin ich aber über meine zwei tollen Ideen zur Inszenierung der Schlussszene. Genau das finde ich das Schöne an der Arbeit. Plötzlich kommen wieder neue Ideen auf und man kann sich schon fast bildlich vorstellen, wie die auf der Bühne aussehen könnten. Natürlich heisst das nicht, dass wir es genau so machen, aber es ist schon mal einen sehr guter Anfang.

5. Epeisodion fertig!

3 Stunden, von Zuhause
verfasst von Tijana


Ich bin fertig mit dem 5. Epeisodion juhui! Ich muss sagen, dass zwischen dem 5. Epeisodion und mir eine sogenannte Hass-Liebe bestand, dazu später. In diesem Teil des Stücks betritt zum ersten Mal der Seher Teiresias den Schauplatz. In unserer Version jedoch wird es kein Seher, sondern eine Seherin sein. Die Seherin Teiresia, gespielt von Rebecca Hoffman. Dies haben wir natürlich bewusst so gewählt. Da Kreon mehrmals betont, dass er sich von einer Frau nichts sagen lässt und höhergestellt ist wie sie, fanden wir es interessant, dass er in diesem Fall jedoch Glauben in eben eine Frau hat. Teiresia besitzt eine Gabe die nicht viele haben. Sie kann die Zukunft sehen. Damit ist sie fast schon etwas göttliches und Kreon bewundert sie sehr. Ihre Zusagen trafen bis jetzt immer ein, daher hat er auch sehr grossen Respekt von ihr und vertraut auf ihre Gabe. Wir finden daher, dass eine Frau super passt, da Kreon sogar leicht vor ihr einknickt, was man von so einem starken Charakter wie ihm, niemals erwarten würde. Langsam kenne ich Said und Rebeccas Art zu schauspielern sehr gut. Während ich also die Zeilen für sie schrieb, konnte ich mir perfekt vorstellen, wie sie es machen würden. Ich denke die beiden werden sehr zusammen in dieser Szene harmonieren. Kommen wir jedoch zum Umschreiben zurück! Ja, die Anfangs Szene war alles andere als leicht. Gleich zu Beginn wird beschrieben wie Teiresia von einem Knaben geführt wird, der ihm stets den Weg zeigt. Da wir aber sonst schon zu wenig Schauspieler haben, dachte ich dabei an einen Blindenstock, der sie führt. Erstes Problem gelöst. Gleich darauf hat Teiresia eine sehr wichtige Stelle. Sie beschreibt wie sie in ihrer Seherwarte ein Opfer gesehen hat, welches von den Göttern nicht erhört worden sei. Diese Stelle fand ich sehr komplex geschrieben und daher musste ich mir etwas Anderes überlegen. Ich weiss nicht wiso aber mir kam plötzlich Weihrauch in den Sinn. Ich hab mir vorgestellt, dass der Weihrauch zu ihrem Seherritual gehört. Mit ihrem geistigen Auge kann sie Formen darin erkennen und Voraussagen treffen, die jedoch nur sie sehen kann. Ich denke in der Inszenierung würde dies auf jeden Fall sehr cool aussehen, da man den Rauch nicht nur sieht, sondern auch riecht. Für denn Moment finde ich die Idee sehr gut. Ich werde dies aber bestimmt noch genauer mit Lilja anschauen. Wie schon gesagt fiel mir dieser Teil sehr schwer zu schreiben, ebenso wie auch die paar nächsten Textstellen. Ich war wirklich am verzweifeln. Ich wollte von Anfang an unbedingt, dass diese Szene spitze wird und daher habe ich mir wahrscheinlich zu viel Druck gemacht. 
Zum Glück konnte ich diese Hürde schlussendlich erfolgreich überwinden. Der Rest des Textes fiel mir wie von Zauberhand in den Schoss. Ich musste nicht viel überlegen. Das Schreiben ging sehr gering und es war beinahe so, als ob mir jemand passende Worte zugeworfen hätte. Ich bin zum Ende doch sehr zufrieden mit meiner Leistung.


Selbstreflexion:
Als ich die ersten paar Sätze des 5.Epeisodions gelesen hatte, wurde ich etwas entmutigt. Mir fiel das chreiben sehr schwer und ich wurde auch sehr frustriert. Natürlich stehe ich unter Druck und das macht die Situation natürlich auch nicht besser. Lilja meinte, dass sie total zufrieden mit dem Exodus wäre und leider konnte ich das zu dieser Zeit noch gar nicht sagen. Schliesslich möchte ich einfach nur das unser Stück herausragend wird und naürlich niemanden enttäuschen. Zum Glück gab es dann einen erfreulichen Wendepunkt. Jetzt kann ich sagen, dass ich wirklich sehr zufrieden mit dem 5. Epeisodion bin. Ich freue mich schon, es Lilja zeigen zu können. Wir beide haben bisher unser ganzes Herzblu in diesen Text gesteckt und ich hoffe einfach nur, dass es sich auch bezahlt hat. Das Umschreiben ist anspruchsvoll aber macht auf der anderen Seite auch total viel Spass, was ich niemals erwartet hätte. Jetzt sind wir mit dem grössten Teil fertig und es fehlen nur noch die Stasima. Es ist schön zu sehen, wie unser Stück langsam Form annimmt.
Besonders werde ich mich auf das 5. Epeisodion freuden, da zum einen die Stelle sehr sehr wichtig ist und zum anderen zwei super Schauspieler spielen. Rebecca als Seherin wird bestimmt super sein. Ich freue mich jetzt schon.