Donnerstag, 30. August 2018

5 Proben an einem Tag

An der Kanti
verfasst von Tijana, in Zusammenarbeit

Heute war ein ziemlich anstrengender, langer und intensiver Tag. Heute standen uns nämlich einige Proben bevor. Um genau zu sein fünf. Da wir von Tag zu Tag in einen grösseren Zeitdruck geraten, mussten wir dringend einen probenintensiven Tag organisieren. Und der war heute. Gestern haben wir gemerkt, wie schwierig es ist so viele Menschen zu koordinieren und einen Tag zu finden, an dem die meisten können. Zum Glück konnten sich jedoch die meisten heute frei nehmen.

Die erste Probe begann um 12:35 Uhr mit dem Chor. Blöderweise ist Tim nicht erschienen, da er die Probe vergessen hat. Solche Momente sind natürlich sehr ärgerlich. Wir selbst hatten kaum Zeit unser Mittagessen zu essen, plus ist Evelyn vergebens gekommen.
Aber naja... wir hoffen, dass so Momente nicht mehr wieder vorkommen werden. Trotzdem konnten wir aus der Zeit das Beste machen und sie gut nutzen, wenn wir schon alle versammelt in einem Zimmer sassen. Evelyn ist nämlich letzte Woche nicht zum ersten Treffen erschienen, da sie verhindert war und daher konnten wir ihr zu Beginn, gleich einmal die ganze Antigoneo Geschichte erklären. Danach sind wir mit ihr die Stasimons durchgegangen. Ich habe Tims Rolle, also den Chor 1 übernommen und Zeile für Zeile haben wir die Szenen durchgelesen. Wir konnten ihr auch gleich erklären, was für genaue Vorstellungen wir von den Stasimons haben. Sie hat sich daraufhin alles notiert.
Danach hatten Lilja und ich das Ergänzungsfach Musik. Wir haben Glück, dass wir zufälligerweise das gleiche Fach gewählt haben und somit gleichzeitig danach eine Zwischenstunde haben. Da Rebecca mit uns das Ergänzungsfach besucht, war auch sie frei und so konnten wir gleich eine Probe dazwischenschieben. Mit ihr und Said haben wir das 5. Epeisodion geprobt. Bis jetzt, war diese Probe mit Abstand die beste. 
Wir mussten des Öfteren lachen, da Rebecca und Said von Anfang an hervorragend in ihre Rollen geschlüpft sind. Wir haben Rebecca erklärt, dass Teiresia ziemlich verrückt ist und diese Verrücktheit konnte sie wirklich gut umsetzen. Said konnte immer perfekt auf alle Momente reagieren und seine Gesichtsausdrücke waren sehr witzig. Den 5. Epeisodion zu proben, wird in der nächsten Zeit schwer sein. Rebecca fliegt ebenfalls mit mir nach Shanghai und wenn wir zurückkommen, haben die Herbstferien bereits begonnen. Da jedoch sie und Said diese Szene schon beinahe perfekt hingekriegt haben, mache ich mir um den 5. Epeisodion keine Sorgen. Jetzt müssen sie unbedingt noch den Text üben, dann wird alles super.


Kreon und Teiresia

So, jetzt kam eine kleine Pause an die Reihe, naja für Lilja, nicht für mich. Für mich hiess es noch eine Stunde Abteilungsstunde aushalten. Als ich zurückkam waren wir startklar für die 3. Probe des heutigen Tages nämlich: das 2. Epeisodion. 
Mit dabei waren Said, Jenny und Shedea. Wir haben zuerst den 2. Teil des 2. Epeisodions geprobt, da Jenny nicht viel Zeit hatte und wir sie so schnell wie möglich wieder entlassen wollten. 
Wir haben jedoch auch gemerkt, wie schwer es uns fiel als Regisseurinnen ernst und konsequent zu bleiben. Es ist natürlich schwierig uns ernst zu nehmen, da die Schauspieler unsere Freunde sind. Als dann Colin zur Probe des 2. Epeisodions Teil 1 gekommen ist, wurde alles viel ruhiger. Er und Said haben ihren Text sehr ernst genommen und sind ihn dann auch mehrmals zusammen alleine durchgegangen. 




Mit dem 2. Epeisodion sind wir auch schon super zufrieden. Colin verkörpert den Wächter auf eine sehr lustige und interessante Weise, die sehr gut ins Stück hineinpasst. Auch an Said habe ich wenig auszusetzen, da er seine Arbeit prima erledigt. Bei Shedea und Jenny mussten wir bis jetzt am meisten eingreifen, da sie noch nicht allzu vertraut mit ihrer Rolle sind. Jedoch habe sie jedes Mal gut auf unsere Ratschläge gehört und wir sind uns sicher, dass nach ein paar weiteren Proben alles schon viel besser aussehen wird. 


Zum Schluss konnten wir Shedea entlassen und mit Said und Colin den 2. Teil des 1. Epeisodions alleine proben. In diesem Teil sind sie ganz alleine und daher war es super, konnten beide so lange an der Schule bleiben. Als nur noch sie da waren, war die Atmosphäre schon um einiges ruhiger und konzentrierter. Wir mussten die Szene nur ein Mal wiederholen und hatten danach nichts mehr auszusetzen. Mit der Zeit habe ich langsam gemerkt, dass mir schwindlig wurde und ich anfing, mich krank zu fühlen. Da wurde mir bewusst, dass es schon 18:30 Uhr war und wir die Probe beenden sollten.

Kurz gefasst: Der Tag war lang, toll, anstrengend und lustig zugleich. Interessant wie viele Gefühle man bei einer Theaterprobe empfinden kann.
Ich bin sehr zufrieden mit unseren Schauspielern und überglücklich, so eine gute Wahl getroffen zu haben. Jeder ist aufgestellt und man merkt, wie die Stimmung im Raum total positiv ist. Es macht Spass an einem Projekt zu arbeiten, an dem so viele Menschen mitwirken können. Unsere Maturaarbeit hat mir bis jetzt auch gezeigt, wie viel Spass es mir macht, mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten. Was ich definitiv noch lernen muss, ist zu zeigen, dass Lilja und ich hier das "Sagen" haben und wir nicht nur zum Spass hier sind, sondern für unsere Maturaarbeit. Aber ich denke, dass heute einfach ein langer Tag war und ich langsam ins Bett sollte.

Mittwoch, 29. August 2018

Probeplan überarbeiten!

2 Stunden, an der Kanti
verfasst von Tijana, in Zusammenarbeit


Zeit für Organisatorisches! Heute ist unser freier Nachmittag, an dem wir Zeit haben, an unserer Maturaarbeit zu arbeiten. Da jedoch niemand von unseren Schauspielern Zeit für eine Probe hat, dachten wir, wäre es daher sinnvoll, den Probeplan zu aktualisieren. Momentan befinden wir uns in einer kleinen Krise, da wir kaum Probetermine finden können, an denen es allen einigermassen passt. Jeder hat einen anderen Stundenplan, Hobbys, Nachhilfeunterricht oder Sonstiges. Langsam kennen Lilja und ich die Stundenpläne von unseren Schauspielern besser, wie unsere eigenen. Wir mussten uns heute hinsetzen und langsam Stück für Stück Termine für die Proben finden. Es ist mühsam, da man dann jeder Person im Einzelchat schreiben und auf eine Antwort warten muss. Riccardo ist momentan noch in den Ferien. Daher müssen wir auf ihn die nächsten paar Wochen verzichten. Bis er zurückkommt, bin ich schon in Shanghai. Leider werde ich eine Probe mit ihm nicht miterleben können, was natürlich sehr schade ist, aber dummerweise nicht anders geht. 

Colin beginnt im September sein Studium und bis da hin, muss er unter der Woche arbeiten. Daher müssen wir insgeheim jedes Mal hoffen, dass er nicht dann arbeiten muss, wenn wir eine Probe geplant haben. Ebenfalls kompliziert macht das Ganze unser Schauspieler Said. Said, als Kreon, ist in praktischer jeder Szene zu sehen, weshalb es sehr wichtig für uns ist, dass er so oft wie nur möglich, bei den Proben dabei sein kann. Heute haben wir jedoch erfahren, dass er am 14. September 2018 arbeiten muss. Dies hat mich ziemlich wütend gemacht, da er schon seit mehreren Wochen weiss, dass wir an diesem Datum eine Probe mit allen Schauspielern organisieren möchten. 
In solchen Situationen muss ich lernen mich zusammenzureissen, da ich sonst nur auf Streit aus bin und uns dies nicht wirklich weiterbringt. Jetzt müssen wir nur noch hoffen, dass er eventuell bei der Arbeit absagen kann. Wenn nicht, müssen wir die Probe leider verschieben. Somit müsste dann Lilja alleine eine Probe mit allen Schauspielern leiten. Dieser Gedanke hat sie natürlich nicht so erfreut, was ich auch total verstehe. 
Meine Shanghai-Reise kommt uns ziemlich in den Weg. Das konnte ich vor einem halben Jahr leider noch nicht wissen. Jetzt müssen wir einfach darauf hoffen, dass wir zeitlich alles hinkriegen. Schliesslich haben wir keine andere Wahl. 

Trotzdem haben wir es geschafft, einen einigermassen guten Probeplan bis zu meiner Abreise am 15. September 2018 zu erstellen. Dieser sieht jetzt so aus: 

Wenn wir es schaffen, bis zum 14. September jede Probe durchzuführen, liegen wir gar nicht so schlecht im Zeitplan. Ich hoffe, dass alles gut klappt! 

Zum Schluss haben wir alle Szenen, die wir morgen proben werden, szenisch durchgespielt. Somit konnten wir uns unsere groben Ideen gleich notieren, vor allem was die Aufstellung betrifft. Es ist manchmal auch schwierig sich gleich zu notieren, wie man sich die Szene denn genau vorstellt. Manchmal haben selbst wir nicht wirklich eine grosse Ahnung, was heute leider ein bisschen der Fall war. Daher haben wir uns entschieden, den morgigen Tag auf uns zukommen zu lassen. Ich bin mir sicher, dass uns die Ideen dann nur so zufliegen werden. 

Donnerstag, 23. August 2018

Erste Probe

2 Stunden, an der Kanti
verfasst von Tijana, in Zusammenarbeit


Heute hatten wir endlich unsere erste Probe. Wir haben uns entschieden, mit dem Prologos zu beginnen, da wir gleich einen perfekten Termin gefunden haben, an dem Jenny und Shedea beide nicht verhindert waren. Der Prologos ist von der Länge her eher kurz und daher dachten wir, dass dies doch die perfekte Szene für den Anfang wäre. Ich muss zugeben, dass ich ein klein wenig nervös war. Schliesslich weiss ich nur wie es sich anfühlt ein Schauspielerin zu sein und nicht noch Regisseur dazu. Zum Glück war jedoch Jenny dabei. Sie hat die ganze Stimmung ziemlich aufgelockert und dann wurde mir auch bewusst, dass es gar nicht nötig ist, nervös zu sein, geschweige denn sich Sorgen zu machen. Die Arbeit sollte Spass machen und das tat sie dann tatsächlich auch. Vor der Probe jedoch hatten Lilja und ich noch eine Zwischenstunde. Wir gingen also sofort zur Bühne 2 und haben versucht die Szene uns vorzustellen. Da wir beide den Prologos bei der Zwischenpräsentation kurz aufgeführt haben, waren wir sehr vertraut mit dieser Textstelle.
Wir haben gleich entschieden, in den gleichen Rollen wie bei der Zwischenpräsentation zu bleiben. Das bedeutet: Lilja als Ismene und ich als Antigone. Wir nahmen also unser Skript und haben den Text zuerst einmal laut vorgelesen. Dann haben wir uns überlegt, wo wir uns denn eigentlich befinden. Das Bühnenbild macht uns noch ein wenig zu schaffen, daher konnten wir uns noch nicht einigen, ob die Szene draussen oder doch lieber im Haus spielen sollte. Für den Beginn haben wir uns vorgestellt, dass wir uns draussen befinden und Antigone Ismene sucht. Wir sind mehrmals die Szene durchgegangen und haben wirklich versucht uns in die Rollen hineinzuleben. Die Bewegungsabläufe spielten eine grosse Rolle und daher haben wir diese auch sofort mit einem Kugelschreiber in unser ausgedrucktes Skript notiert. Wir konnten auch schon schnell bestimmen, in welchem Tonfall sie bestimmte Textstellen sagen und welche Gesten dabei machen sollten. Es lief eigentlich wie am Schnürchen.
Lilja und ich hatten keine Meinungsverschiedenheiten und haben uns somit sehr gut ergänzt. 
Dann war es endlich soweit. Die erste Probe. Shedea und Jenny wirkten sehr glücklich und es ist sofort eine sehr angenehme Stimmung entstanden. Bei Jenny wusste ich schon wie ihre Art zu schauspielern ist, jedoch nicht bei Shedea. Ich habe sie gestern das erste Mal kennengelernt und war daher sehr gespannt, sie als Schauspielerin zu sehen. Glücklicherweise kann ich sagen, dass ich positiv überrascht war. Ich hatte zu Beginn meine Bedenken, weil sie die Einzige war, die ich nicht kannte, aber sie konnte mich schon in den ersten paar Minuten für sich gewinnen. Sie redet sehr laut und deutlich, was sehr wichtig im Theater ist. Ich denke, dass wir eine gute Wahl getroffen haben und freue mich schon auf die Zusammenarbeit mit ihr.
Die erste Probe verlief im grossen und ganzen gut. Lilja war noch nicht so überzeugt, aber ich denke, dass man das nie sein kann beim ersten Mal. Schliesslich haben Lilja und ich uns ein Bild in den Kopf gebrannt, wie alles in etwa sein sollte und unsere Erwartungen gleich zu übertreffen, war natürlich nicht einfach. Trotz allem war ich sehr glücklich, da es einfach auch mal schön war, den Text von jemand anderen als uns selbst zu hören.
Wir mussten natürlich auch viele Inputs geben und sind ihnen daher auch mehrmals ins Wort gefallen. Uns war es nämlich wichtig, gleich zu Beginn alles zu klären und ihnen zu vermitteln, wie wir es gerne haben möchten.
Natürlich sind sie noch nicht so vertraut mit dem Text, da sie ihn ja auch erst gestern gekriegt haben, was aber unsere Schuld ist. Ich denke, dass wir noch nicht zu viel von ihnen erwarten dürfen und uns einfach mal ein bisschen zurücklehnen und überraschen lassen sollten. Die nächste Probe wird womöglich wieder komplett anders aussehen. Bis dann haben sie nämlich noch einmal Zeit, über alles nachzudenken was wir gesagt haben und den Text zu lernen.


Der Tag war meiner Meinung nach sehr gelungen. Jenny und Shedea waren total bei der Sache und haben alles was wir ihnen angeorndet haben, sofort aufgenommen und ins Skript notiert. Ebenso Lilja und ich. Schon jetzt mussten wir ein paar kleine Textänderungen vornehmen, da wir an manchen Stellen zum Beispiel Wörter gefunden haben, die überflüssig waren oder nicht gut klangen.
Ich habe mich wie eine richtige Regisseurin gefühlt und muss sagen, dass es mir tatsächlich gut gefallen hat. Schliesslich ist das Stück unsere Interpretation von "Antigone" und ich kann das tolle Gefühl gar nicht beschreiben, wie gut es sich angefühlt hat, den Text endlich einmal die Rollen lebendig zu sehen. Ich freue mich schon auf nächste Woche.

Mittwoch, 22. August 2018

Erstes Treffen mit den Schauspielern

1,5 Stunden, in der Bühne 2
verfasst von Lilja, in Zusammenarbeit


Heute war es endlich soweit. Der langersehnte Tag ist gekommen, an dem wir das Skript, an welchem wir nun fast ein halbes Jahr gearbeitet haben, unseren Schauspielerinnen und Schauspielern überreichen konnten. Für Tijana und mich war dies eine grosse Erleichterung, denn endlich konnten wir das Schreiben, Durchlesen und ständige Überarbeiten auf die Seite legen und unser fertiges Werk jemandem zeigen. 

Wir haben uns mit fünf unser acht Schauspielern nach Schulschluss, an der Kanti getroffen. Der Rest war leider verhindert. Tijana hat für diesen Anlass extra noch Muffins gebacken, damit wir den Leuten auch etwas bieten können, wenn sie sich schon extra für uns Zeit nehmen. 


Wir haben uns vorher noch eine kleine To-Do Liste geschrieben, auf der stand, was wir alles besprechen und erwähnen wollen. Zum Einen, damit wir nichts vergessen, aber zum Anderen hat sie uns geholfen, uns zu orientieren und war unser roter Faden:


    •  Vorstellungsrunde
    •  Beschreibung MA
    •  Stück umgeschrieben
    •   Betreuer
    •  Um was geht es?
      • Geschichte
      • menschliches/göttliches Recht
    •  Rollenbeschreibung
    •  Szene für Szene
    •  Inszenierung
      • Neues Bild der Antike (Strikte Monarchie)
      • Salzhaus
      • Kostüme/Bühnenbild
    • Probeplan

Per Zufall war gerade noch ein Freund von mir an der Kanti und konnte ein paar Bilder für den Blog schiessen.



Nach Plan haben wir diese Liste dann abarbeitet und alle haben uns gespannt zugehört. Sie haben Fragen gestellt, wenn es Unklarheiten gab. Wir haben ebenfalls unsere Erwartungen mitgeteilt und sie dazu ermuntert, uns zu schreiben, wann immer sie etwas nicht verstehen. Denn wenn sie es nicht verstehen und nicht wissen wie umzusetzen, wird es das Publikum auch nicht verstehen. Das Treffen war sehr gut und ich denke, dass wir den Schauspielern gut vermitteln konnten, um was es geht und was uns wichtig ist. Die Gruppenkonstellation ist vielversprechend, es kennen sich noch nicht alle, aber ich habe keine Zweifel, dass es eine ganz coole vertraute Truppe wird.


Morgen ist nun die erste Probe mit Shedea und Jenny als Antigone und Ismene. Ich hoffe, dass sie die Szene bis morgen einmal durchgelesen haben und ein wenig vorbereitet kommen. Vor jeder Probe nehmen wir uns vor, die Szene zu zweit kurz durchzuspielen, um uns in die Rollen hineinzuversetzen und uns zu überlegen, wer wann was fühlt und wer wann wo stehen soll. Damit wir solche Sachen nicht mehr überlegen müssen, wenn die Schauspieler hier sind. Während den Proben müssen wir uns Betonungen, Änderungen und Positionen neben den Text schreiben, damit wir diese das nächste Mal beim Proben der Szene noch wissen. Wahrscheinlich ist es auch sinnvoll jeweils nach einer Probe miteinander die Probe zu reflektieren und uns zu überlegen, was noch nicht geklappt hat und wie wir es beim nächsten Mal verbessern könnten.

Mittwoch, 15. August 2018

Erste Schritte im neuen Schuljahr

30 Minuten Gespräch mit Frau Ferrrari
2 Stunden im Café Frau Meise
verfasst von Lilja, in Zusammenarbeit

Heute hatte Tijana das erste Gespräch seit langem, mit unserer Betreuungsperson Frau Ferrari. Über die Ferien haben wir wie schon gesagt das Skript noch einmal total umgeschrieben und es dann auch zum Durchlesen an Frau Ferrari geschickt. Sie hat uns in einem Mail eine kurze Rückmeldung gegeben, aber ist erst heute genauer darauf eingegangen. 

Ich konnte leider nicht am Gespräch teilnehmen, da ich an einer Exkursion war. Tijana hat mir jedoch alles danach bei einem Eiskaffee im Café Frau Meise erklärt. Was immer noch ein Problem darstelle, war der Teil mit der Dystopie, der im Text immer noch nicht genug zum Vorschein kam, da wir uns nie richtig mit der Idee anfreunden konnten. Frau Ferrari hat uns vorgeschlagen, dass wir das Dystopische bei unserer Inszenierung fallen lassen und unser "eigenes Bild der Antike" verkörpern sollten. Das heisst, dass das Stück nun nicht wie geplant in der Zukunft spielt, sondern wie im Original nämlich, in der Antike. Zum Glück müssen wir nicht alles komplett ändern und der Antike anpassen, denn da es sich um eine fiktive Geschichte handelt und wir nicht wissen, wie es damals war, können wir unserer Fantasie freien Lauf lassen. 
Mit dieser neuen Idee mussten wir wenige Änderungen im Skript vornehmen. Zu dem haben wir die Verbesserungsvorschläge und Korrekturen von Frau Ferrari im Skript noch übernommen. Sie ist nun sehr zu frieden mit  unserem Text und wir sind es auch. Danach haben wir das Skript noch an Herrn Schatzmann, unseren Zweitbetreuer geschickt und warten jetzt noch auf seine Rückmeldung. Sobald wir diese haben, müssen wir das Skript endlich fertigstellen, das Layout erstellen und ausdrucken.

Wir hatten noch einige Schwierigkeiten im Proprologos, weil wir die Vorgeschichte mit König Ödipus noch verständlicher erzählen müssen, da das Publikum sonst kaum folgen kann. Das werden wir jedenfalls auf später verschieben, denn diesen Teil werden Tijana und ich auf der Bühne übernehmen und muss nicht zwingend fertig sein, um den Schauspielern das Stück geben zu können.

Nächsten Montag möchten wir ein Treffen mit allen Schauspielern organisieren und ihnen dann auch das Skript verteilen. Tijana und ich werden ihnen erklären, was wir für Vorstellungen und Erwartungen haben. Das Treffen gibt ihnen zugleich die Möglichkeit, einander kennenzulernen. Natürlich dürfen sie auch selber Ideen einbringen, aber ich denke, die kommen dann eher während dem Proben selbst. 

Sonntag, 5. August 2018

Überarbeiten!

2 Wochen, in Griechenland und Serbien
verfasst von Tijana


So! Viel Zeit ist vergangen. Ferien und kein Internet. Ja, das sind leider Bedingungen, die die Maturaarbeit ziemlich erschweren. Jetzt bin ich jedoch frisch und erholt wieder zurück in der Schweiz und bereit von meiner Arbeit zu berichten. Nachdem Lilja nun den ganzen Text angeschaut und Änderungen vorgenommen hat, war nun ich an der Reihe. Mein erster Stopp war in Griechenland. Ich denke, dass es keinen besseren Platz auf der Welt gibt, Antigoneo endlich fertigzuschreiben. Nachdem ich mich seit einer Zeit nicht mehr mit dem Text auseinandergesetzt habe, war ich nun mit einem klareren Kopf denn je bei der Sache. Plötzlich sind mir die ganzen Kritikpunkte von Frau Ferrari viel extremer aufgefallen wie zuvor. Man hat stark gemerkt, dass zwei Personen den Text geschrieben haben und dass er deshalb nicht wirklich homogen war. Meine Arbeit war es nun, den ganzen Text homogener zu schreiben. Viele Textstellen haben mir beim Durchlesen überhaupt nicht mehr gefallen. Dies hat mich verwundert, da ich sie beim ersten Schreiben super fand. Jetzt wird mir auch bewusst, dass es absolut unmöglich ist, einen Text zu verfassen und zu denken, er wäre gut so. Wahrscheinlich bräuchten wir ein ganzes Jahr, um unser Wunschtheater auf die Beine zu stellen. Leider fehlt uns die Zeit dazu. Daher habe ich mir als Ziel gesetzt, den Text so gut wie möglich noch in diesen Ferien fertigzustellen. Schliesslich möchten wir bald mit den Proben beginnen!




Und nun zur Arbeit: Ich hatte keine spezielle Technik oder Vorgehensweise. Ich habe ganz einfach bei Seite eins begonnen und mich so bis zur letzten langsam vorgetastet. Viele Formulierungen waren mir immer noch zu alt geschrieben und zu nah an der alten Version von "Antigone". Schliesslich möchten wir unseren Zuschauern eine Geschichte bieten, die gut verständlich ist. Natürlich ist sie für uns super verständlich, da wir uns auch seit Monaten mit dieser Geschichte befassen. Für Zuschauer, die die Geschichte noch nicht kennen war alles viel zu kompliziert verfasst. Also habe ich mir einen Block und einen Kugelschreiber zur Hand genommen und einfach begonnen alles neu aufzuschreiben. Da ich mit meiner Familie jeden Tag am Strand war, konnte ich meinen Laptop nicht mitnehmen und habe es daher von Hand geschrieben. Ich habe immer wieder ein bisschen daran gearbeitet, wenn ich ein paar freie Minuten hatte. Am Abend konnte ich dann die überarbeitete Version auf meinen Computer übertragen.

Aussicht von der Terrasse in Griechenland





Ich muss schon sagen, dass mit so einer wunderschönen Aussicht, einem die Arbeit schon gleich viel viel einfacher fällt.
Der Prologos dauerte zu Beginn sehr lange, bis er mir endlich gefiel. Ich habe versucht Ismene klarer zu definieren. Sie ist Antigones grosse Schwester und sehr besorgt um sie. Einmal sagt sie zum Beispiel: 
(weint) "Ich glaube dir kein Wort! Das kann doch nicht wahr sein!"
Damit wollte ich zeigen, dass Ismene sehr geschockt von der Nachricht ist, dass Polyneikes nicht begraben werden darf. Daher möchte sie Antigone gar nicht glauben. Durch das Weinen wird ihr Schmerz noch weiter hervorgehoben. In der Originalversion von "Antigone" kommt Ismene nur kurz vor und man erfährt auch nicht besonders viel über sie. Daher war es für uns zu Beginn schwierig, ihr einen Charakter zu geben. Schlussendlich muss man auch sagen, dass wir sie bewusst nicht zu viel hervorheben wollten, da der Fokus nicht auf ihr, sondern mehr auf Antigone und Kreon gelegt werden sollte. Trotzdem sind wir froh, dass wir ihr eine tolle Persönlichkeit geben konnten und hoffen natürlich auch, dass sie das Publikum mögen wird. 



1. Epeisodion:

Beim ersten Epeisodion gefiel mir der Anfang nicht besonders gut. Hier treten der Chor und Kreon zum ersten Mal auf. Es ist wichtig gleich zu klären, dass Kreon nun der Herrscher ist. Das habe ich so eingefädelt, dass der Chor aus dem Publikum tritt und dem Publikum mitteilt, dass die Bürger an die Götter glauben und sich an ihre Gesetze halten. Auf der Erde jedoch ist Kreon ihr Herrscher, denn er sorgt für Recht, Ordnung und das Wohl Aller. Dies war in unserer alten Fassung noch nicht so klar definiert. Jetzt hoffe ich, dass der Aspekt des weltlichen/göttlichen Gesetzes klarer und verständlicher ist. 

Exodus 2. Teil:
Beim Schluss hat mir das gewisse Etwas gefehlt. Ich habe lange überlegt, wie man das Ganze schön abrunden könnte. Nach tagelangem Überleben und dem ständigen Überarbeiten des Texts, kam mir eine sehr schöne Idee in den Sinn. Zum Schluss steht der Chor alleine auf der Bühne. Sie reden nur über Kreon und blasen dann die Kerzen für die Toten aus. Jedoch wird nicht mehr über die Verstorbenen gesprochen. Daher dachte ich mir, dass der Chor zu jedem noch ein paar letzte Worte sagen könnte, die die Geschichte des jeweiligen Toten kurz zusammenfasst. So kann sich auch der Zuschauer nochmals an die Geschichten der Charaktere zurück erinnern. Auf den Abschlusssatz hat mich meine Mutter gebracht. Sie meinte, dass es ja eigentlich so ist, dass sie alle schlussendlich gegen ein grosses göttliches Gesetz verstossen haben, nämlich, sich das Leben zu nehmen. Das Volk ist sehr gläubig und haltet sich eigentlich an die göttlichen Gesetze. Somit ist der Schluss widersprüchlich, da sie trotz ihrem Glauben gegen ein göttliches Gesetz verstossen. 
Im Text sieht das Ganze so aus: "Alle drei haben gemeinsam gegen ein grosses göttliches Gesetz verstossen, sich das grosse Geschenk, das Leben, zu nehmen. Wir werden für sie beten." 
Ich muss zugeben, dass ich nun richtig begeistert von dem Schluss bin. Ich gab Said die Textstelle zu lesen und er meinte, dass er sofort Gänsehaut bekommen hat. Ich denke, dass dies ein wirklich gutes Zeichen ist. 

Den Text beendete ich in den Bergen in Serbien. Das Wetter war sehr kühl und daher fiel es mir auch nicht schwer, mich mit unserer Maturaarbeit zu beschäftigen. Die Atmosphäre war wunderschön und ich war sehr froh, konnte ich den Text an so einem schönen Ort fertig schreiben. 

Zlatibor, Serbien

Jetzt hoffe ich natürlich, dass Frau Ferrari und Herr Schatzmann unsere Bemühungen sehen und ihnen der Text gefallen wird. Sich in den Sommerferien an die Arbeit zu setzen, war leider nicht immer so einfach. Oftmals fehlte einfach die Motivation vor allem, wenn man umgeben von seiner Familie ist und schnell abgelenkt wird. Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so lange dauern wird, den Text zu überarbeiten. Leider konnte ich mir nicht jeden Tag Zeit nehmen und wenn, dann manchmal nur für eine Stunde. Somit hat sich das Ganze ziemlich in die Länge gezogen. Auch das Lilja und ich die ganzen Sommerferien getrennt waren, machte die Arbeit nicht einfacher. Jedoch fand ich es gut, dass sie sich mit dem Regiekonzept beschäftigt hat und ich mich dafür gegen Ende mehr mit dem Text. Alles zusammen zu schreiben war schlichtweg einfach nicht möglich. Nach den Sommerferien werden wir uns aber definitiv zusammensetzen und alles zusammen anschauen. 
Die Sommerferien neigen sich nun langsam dem Ende zu. Die Zeit verging wie im Flug und ich kann mir noch gar nicht vorstellen, in ein paar Wochen mit den Proben zu beginnen. Ich hoffe, dass unsere Schauspieler genauso begeistert von dem Stück sind wie wir. Man kann wirklich sagen, dass wir unser ganzes Herz und viel Schweiss in den Text gesteckt haben. Wenn ich ihn durchlese, dann gefällt er mir richtig gut. Ich bin froh, dass wir so etwas Grosses schon erreicht haben und bin gespannt auf die nächsten Schritte.