Donnerstag, 31. Mai 2018

4. Epeisodion fertig!

2 Stunden, an der FHNW
verfasst von Lilja

Heute morgen arbeitete ich dank dem Fronleichnam an der FHNW in Brugg weiter am 4. Epeisodion, den ich innerhalb von zwei Stunden intensivem Schreiben fertig gestellt habe. Klar hat es wie immer noch Stellen, die ich mit Tijana anschauen möchte, um eine zweite Meinung einzuholen, aber ich bin im Grossen und Ganzen sehr zu frieden mit meiner Arbeit. Es ist die Szene, wo Antigone über ihr Schicksal klagt und noch einmal versucht Hilfe vom Chor zu bekommen und ihrem Tod zu entgehen. 

Selbstreflexion:
Ich habe bereits letzten Montag mit dieser Szene begonnen und musste da aber auch feststellen, dass es eine sehr perplexe Szene ist, die im Originaltext sehr verschlüsselt war. Deshalb war es schwierig, die genaue Message zu finden, die wir auch für unser Stück brauchen. 

Ich habe mich in dieser Szene viel mehr vom Originaltext gelöst, nachdem ich einige Interpretationen gelesen habe, habe ich gleich drauflos geschrieben und dem eigentlichen Text wenig Beachtung geschenkt. Denn ich finde, dass ich den 4. Epeisodion viel besser gestallten kann als im Buch, dass ich viel besser das Wichtige auf den Punkt bringen kann.
Jetzt sieht man wenige sprachliche Parallelen zwischen dem Original und unserer Version, aber ich finde, genau das ist doch das Schöne, das Wichtige. Die Aussage der Szene kommt noch immer rüber, sie wird einfach auf eine andere Art übertragen.

Mittwoch, 30. Mai 2018

Arbeit in der Mediothek

2 Stunden, in der Kanti
verfasst von Tijana, in Zusammenarbeit


Heute kann man sagen, war ein sehr müder Tag. Lilja und ich haben uns am Nachmittag in der Mediothek getroffen, um an unserer Arbeit zu arbeiten. Wir waren beide sehr sehr müde und konnten nicht aufhören zu gähnen. Daher fiel uns die Arbeit alles andere als leicht. Diese Woche haben wir begonnen unser Geschriebenes gegenseitig durchzulesen und zu korrigieren. Heute haben wir uns das 3. und den Beginn des 4. Epeisodions vorgenommen. Insgesamt sind wir eher langsam vorangekommen, jedoch konnten wir bis zum Schluss alles fürs Erste einmal zusammen anschauen. Wir haben noch ein paar unsichere Stellen entdeckt, da vor allem das 4. Epeisodion schwierige Stellen hat. Wir haben sie rot markiert um sie ein anderes Mal nochmals besser anzusehen. Ebenso haben wir uns über die Stasimons unterhalten. Wir wollten mit dem Ersten beginnen, haben jedoch gemerkt, wie schwierig dieser ist. Dieser Moment hat in uns eine Art Kurzschluss ausgelöst und wir wurden nur noch müder. Wir waren total am Ende mit unseren Kräften und überhaupt nicht in der Lage, solch schwierige Textstellen in Angriff zu nehmen.


Selbstreflexion:
Ich bin ein wenig enttäuscht über unsere heutige Arbeit. Solch unproduktive Tage können wir uns eigentlich nicht leisten und ich hoffe daher, dass dies in Zukunft nicht mehr vorkommen wird. Auf der anderen Seite bin ich froh, dass wir die ersten drei Epeisodions zusammen durchgehen konnten. Jetzt fehlt uns nur noch das 4. und 5. Epeisodion, sowie der Exodus, dann haben wir das grösste geschafft. Ich hoffe, dass wir diese, dieses Wochenende zu Ende bringen und uns dann voll und ganz auf die schwierigen Stellen, wie zum Beispiel die Stasimons konzentrieren können.

Dienstag, 29. Mai 2018

Rebecca als Teresias!

90 Minuten, in der Medio
verfasst von Lilja, in Zusammenarbeit

Heute über den Mittag haben wir uns getroffen, um unser Umgeschriebenes endlich einmal gemeinsam zu besprechen. Im Voraus haben wir uns die fast fertigen Szenen (Epeisodions) zugeschickt, damit wir diese zuerst für uns selber durchlesen konnten. Wir konnten den Prologos und das erste Epeisodion miteinander besprechen. Wir erklärten einander unsere Ideen hinter dem Geschriebenen und brachten auch schon erste Ideen zur Umsetzung einzelner Szenen ins Gespräch. Diese haben wir auch gleich notiert. Zum Beispiel, dass der Chor am Anfang im Publikum sitzen wird oder wie wir das Licht haben möchten, um eine gewisse Stimmung zu vermitteln. Diese Aspekte werden besonders für unser Regiekonzept sehr wichtig sein. Dieses geben wir nämlich auch in einer Rohfassung zur Zwischenpräsentation ab.

Wir haben noch eine sehr frohe Botschaft, Rebecca aus Tijanas Klasse ist mit an Bord! Sie wird den Seher Teiresias spielen. Es ist nicht eine sehr grosse Rolle, aber dennoch eine sehr wichtige.
Wir haben beschlossen, dass wir Eurydike, Kreons Frau, bei unserer Inszenierung weglassen möchten, da es uns unnötig erscheint, einen Schauspieler für die wenigen Sätze, welche sie hätte, zu suchen. Ausserdem wollten wir sowieso Ismenes Schicksal bei uns mehr behandeln, da bei Sophokles ihr Schicksal nicht geschildert wird. Deshalb werden wir Eurydike, die sich aus Trauer wegen dem Tod ihres Sohnes umbringt, mit Ismene ersetzen. Was wir jedoch abändern werden ist, dass sich Ismene dann aufgrund von Antigones Tod ebenfalls töten wird.

Mir persönlich hat es heute sehr viel Spass gemacht, Tijana endlich meine angestauten Ideen zur Inszenierung erzählen zu können und umso mehr freute es mich natürlich, dass sie Tijana noch dazu gut fand! Wir kamen heute auf jeden Fall, ein Stück vorwärts. Morgen werden wir noch weiter die einzelnen Szenen besprechen und endlich klären, wie wir die Standlieder (Stasimons), die nach jedem Epeisodion kommen, mit dem Chor inszenieren wollen.

Betreuungsgespräch in Brugg

30 Minuten, im Moser's 
verfasst von Lilja, in Zusammenarbeit

Gestern Abend konnten wir Frau Ferrari netterweise in Brugg treffen, da sie sowieso da vorbeikam. Seit letzter Woche empfanden wir den Drang, bald wieder eine Gespräch mit ihr zu führen. Wir hatten noch einige offene Fragen und ausserdem wollten wir einfach mal berichten, wie es uns beim Umschreiben so ergeht. Um uns auf das Gespräch vorzubereiten, haben wir eine Traktandenliste geschrieben und wussten so genau, was wir fragen wollten und über was wir noch sprechen wollen. Das Gespräch lief sehr gut und wir gingen ein bisschen leichter nach Hause. 

Endlich konnten wir fragen, ob wir wohl die Bühne 2 an der Kanti für unsere Proben nutzen könnten. Sie bejahte und schilderte uns ebenso, wie wir denn eigentlich zu einem Schlüssel für die Schule kommen könnten. Dafür müssten wir ein Gesuch an Frau Maissen vom Sekretariat stellen, die unsere Bitte dann weiter verfolgt. Sie sagte und jedoch, dass dies eigentlich kein Problem darstellen sollte. Da bleiben wir sicher dran. Vielleicht schieben wir das aber auf nach der Zwischenpräsentation, die unsere volle Aufmerksamkeit braucht.
Des weiteren sprachen wir über die Zwischenpräsentation, was wir bei ihr alles zu Wort bringen sollten und wie diese ablaufen wird. Es hat uns ein bisschen beruhigt, darüber zu sprechen, denn nun können wir es uns viel besser vorstellen und uns viel besser vorbereiten. Wir wollen diese unbedingt kreativ gestallten.

Was unser grössten Anliegen am Gespräch war, war das Umschreiben. Wir mussten ihr gestehen, dass wir es ziemlich unterschätzt haben und noch nicht so weit sind, wie wir zuerst dachten und uns auch erhofften. Ebenfalls möchten wir jetzt nicht einfach durch das ganze Stück hetzen und alles irgendwie umschreiben. Schlussendlich möchten wir am Schluss zufrieden mit unserer Arbeit sein, denn unsere Ansprüche sind nämlich sehr hoch.
Das konnte sie sehr gut nachvollziehen und konnte und versichern, dass das Stück bis dahin sicher nicht komplett fertig sein muss. Wir sollen einfach einmal jede Szene umschreiben, damit wir sicher eine Rohfassung haben, die wir dann weiterbearbeiten können. Obwohl wir denken, dass auch das schwierig sein könnte zu erreichen, haben wir keine andere Wahl als jetzt einfach zu schreiben, schreiben und schreiben.

Selbstreflexion:
Wir gingen angespannt an das Treffen, weil wir mit unserer Leistung, was das Umschreiben betrifft, nicht sehr zufrieden waren. Jedoch gingen leichter und ruhiger vom Treffen weg. Das ist ein gutes Zeichen finde ich. Es ist schön, dass wir so offen mit Frau Ferrari sprechen können und sie uns immer weiterhelfen kann, wenn wir Schwierigkeiten haben. Wir hoffen, dass es vielleicht noch für ein Gespräch vor der Zwischenpräsentation reicht.
Aber ich sehe noch immer sehr viel Arbeit vor uns und ich weiss, dass ich eine Person bin, die sich dann ständig ein Kopf darübermacht und ich habe Angst, dass wir es nicht rechtzeitig fertig schaffen, bis zum Abgabetermin im Juni. Tijana ist da ein wenig gelassener und versucht mich zu beruhigen. Ich bin froh, dass ich sie an meiner Seite habe und vor allem, dass sie so positiv bleibt. Ich denke, wenn wir beide so wie ich wären, käme das nicht so gut.

Sonntag, 27. Mai 2018

2. Epeisodion fertig!

1 Stunde, von Zuhause
verfasst von Tijana


Heute habe ich endlich das 2. Epeisodion beendet! Eigentlich war ich gestern schon praktisch fertig aber heute habe ich mich nochmals an die schwierigeren Stellen gewagt. Ich denke manchmal braucht man einfach einen Tag Pause um wieder mit einen frisch durchlüfteten Kopf an die Sache heranzugehen. 


Selbstreflexion:
Ich bin so froh, dass ich endlich das 2. Epeisodion beendet habe. Schlussendlich dauerte das ganze, viel länger wie ich dachte. Ich habe die Arbeit definitiv unterschätzt. Erst jetzt wird mir klar, wie schwierig es ist, sich mit komplexeren Texten auseinanderzusetzen. Aus der Schule bin ich mir nur gewohnt, Werke zu lesen und dann vor allem zu besprechen, um was es geht.
Meist untersuchen wir nicht Satz für Satz, sondern schauen uns nur das grosse Ganze an. Für meine Maturaarbeit musste ich jedoch lernen, mehr in die Tiefe zu blicken und jeden Satz präzise anzuschauen. Wie ich jetzt merke, habe ich defintiv eine gewisse Zeit gebraucht, um mich daran zu gewöhnen.  Manchmal gibt es einfach hartnäckige Wöter und Sätze, für die man keine passende Übersetzung findet, egal wie oft man sie auch anschaut und versucht zu verstehen. Daher habe ich heute meine Mutter um Rat gebeten, da ich Mühe mit einigen Sätzen hatte und sie mir diese gut übersetzen konnte. Mit neuerem Verständnis war ich also endlich in der Lage, auch die schwierigeren Stellen, die noch übrigblieben, definitiv zu übersetzen. Somit habe ich das 2. Epeisodion endlich geschafft. Es war alles andere als einfach aber schlussendlich kann ich sagen, dass ich sehr zufrieden mit dem Resultat bin.


Weiteres Vorgehen:
Als nächsten Schritt werde ich meinen Teil Lilja zum durchlesen und korrigieren schicken. Ebenso werde ich mir ihren Teil anschauen und dasselbe machen. Danach werde ich meine Arbeit so wie bis jetzt weiterführen und mich dann an ein nächstes Epeisodion wagen. Am Dienstag treffe ich mich mit Lilja und dann werden wir Unklarheiten klären und unsere Fortschritte besprechen.

Fast fertig mit dem 3. Epeisodion

3 Stunden, von Zuhause
verfasst von Lilja

Seit Freitag Abend arbeite ich nun am 3. Epeisodion und heute kann ich behaupten, dass nicht mehr viel zur Fertigstellung dieses Teiles fehlt. Mir fehlt nur noch jeewils ein Monolog von Kreon und seinem Sohn Haimon, aber bei denen ziehe ich Tijana zur Hilfe. Ich habe mir aber schon alle wichtigen Stichpunkte der beiden Monologe notiert, was ihre Position ist und ihre wichtigen Argumente. So ist es sicher einfacher, danach den Text dazu schreiben.

Selbstreflexion:
Ich bin sehr zufrieden mit meiner Arbeit an diesem Wochenende, denn ich finde ich habe sehr effizient gearbeitet. Besonders stolz bin ich auf den Streit-Dialog zwischen Haimon und Kreon, denn ich konnte richtig die Wut in den einzelnen Zeilen spüren und ich hoffe Tijana sieht das genauso. Ich finde es viel einfacher Ping-Pong-Dialoge zuschreiben, dass heisst wenn Personen immer nur 2-3 Sätze sagen und dann schon an nächste Person abgeben, es also immer einen schnellen Wechseln zwischen zwei Charakteren gibt. 
Bei Monologen hingegen muss ich viel mehr überlegen und tue mich sehr schwerer. Ich hoffe, Tijana beherrscht diese vielleicht mehr als ich.

Nach Absprache mit Tijana fange ich nun mit dem Kommos an, dem ersten Teil des 4. Epeisodion. Dort singt Antigone ein Klagelied und spricht mit dem Chor. Im zweiten Teil gibt es dann noch die letzte Auseinandersetzung zwischen Antigone und Kreon.

Wie auch Tijana habe ich mir bereits ein paar Gedanken zum Bühnenbild gemacht. Ich bin sehr gespannt auf den Dienstag, wenn wir sie vergleichen werden, ob wir ähnliche Vorstellungen haben, ob sich vielleicht manche sogar überschneiden. Für mich sollte es einen Eingang von links und rechts geben, damit man auch mit den verschiedenen Seiten spielen kann. Hinten sollte auch noch eine Trennwand stehen, damit die Schauspieler unbemerkt von der einen Seite der Bühne auf die anderen gelangen können. Auch ich habe mir dazu eine Skizze gemacht, damit ich auch nichts vergesse.

Samstag, 26. Mai 2018

Weiterarbeit am 2. Epeisodion

2 Stunden, von Zuhause
verfasst von Tijana


Heute habe ich mich weiter mit dem 2. Epeisodion beschäftigt. Eigentlich kann man sagen, dass ich schon fertig bin. Allerdings habe ich zwischendurch ein paar Textstellen ausgelassen, da ich einfach nicht wusste, was ich schreiben sollte. Ich werde jetzt eine Pause machen und den Text morgen das allerletzte Mal fertig überarbeiten und eventuell Lilja um Hilfe fragen, damit ich dann mit einem neuen Epeisodion beginnen kann.


Selbstreflexion:  
Heute habe ich das Gefühl, dass ich sehr gut vorangekommen bin. Natürlich ist noch nicht alles perfekt aber auf dem guten Weg dorthin. Anfangs hatte ich Mühe mit dem 2. Epeisodion weil ich einfach nicht richtig reingekommen bin. Der Wächter und Kreon haben zu Beginn sehr lange Monologe, die ziemlich schwer zu verstehen sind. Ebenso werden häufig Fremdwörter benützt, die ich nicht verstehe und daher oft übersetzen muss. Ich bin mir diese "antike Sprache" einfach noch nicht so gewöhnt, da ich bis jetzt noch nicht viele Bücher gelesen habe, die ähnlich wie Antigone sind. Jetzt kann ich aber sagen, dass ich mich viel sicherer beim Schreiben fühle und auch, das was ich schreibe, mir gefällt.
Vor allem hat mir jedoch Spass gemacht, Kreons Zeilen zu schreiben, da ich weiss, dass Saïd in unserer Inszenierung Kreon spielen wird. Ich kenne Saïd nun sehr gut und daher konnte ich mir im Kopf immer perfekt ausmalen, wie er die Textzeilen aussprechen und welche Gesten er dabei machen würde. Bis jetzt klingt es in meinen Kopf sehr gut, ich hoffe nur, dass es dann auch in Wirklichkeit so wird, wie ich es mir wünsche. 
Genauso ist es mit dem Wächter. Ein Freund von Saïd, namens Colin, hat sich bereiterklärt in unserem Stück mitzuspielen und für ihn sahen wir die Rolle des Wächters als "perfekt" an. Es macht um einiges mehr Spass etwas zu schreiben, wenn man weiss, dass man für diesen Charakter ein Gesicht hat. So kann man das Geschriebene auch auf die Person anpassen. 
Beim Schreiben habe ich auch einige Techniken angewendet, die ich sehr gut finde. Wenn ich mir bei einer Stelle total unsicher bin und weiss, dass ich sie anders formulieren muss, markiere ich sie rot. So weiss ich dann für das nächste Mal, was ich noch zu tun habe. Die grün markierten Teile mache ich für Lilja. Bei denen handelt es sich meist um Stellen, bei denen ich mir unsicher bin, ob es sie in unserer Inszenierung gibt und falls ja, wie wir diese ändern können.
So gibt es eine Stelle, in der Kreon "Knechte" anspricht, die Antigone und Ismene forttragen sollen. Hier bin ich mir unsicher, da ich weiss, dass wir nicht genügend Schauspieler haben. Meiner Meinung nach lohnt es sich nicht, extra Leute zu arrangieren für eine Stelle, die nicht einmal eine Minute geht. Hier könnte man die Knechte zum Beispiel mit dem Wächter ersetzen aber eben, dies werde ich mit Lilja noch genauer anschauen. 
Des Weiteren fällt mir oft ein, wie das Bühnenbild denn aussehen könnte und dies notiere ich mir dann auch lieber  gleich als Sicherheit. Es muss nicht heissen, dass wir es dann so machen werden, aber jede Idee, die mir in den Sinn kommt, schreibe ich mir sicherheitshalber für später auf. Man weiss ja nie!
Heute bin ich wirklich zufrieden mit meiner Arbeit und hoffe natürlich, dass Lilja ebenso zufrieden sein wird.

Freitag, 25. Mai 2018

3. Epeisodion Anfang

3 Stunden, Zuhause
verfasst von Lilja

Gestern Abend habe ich mit dem 3. Epeisodion begonnen. Diese Szene besteht aus einem Gespräch zwischen Kreon und seinem Sohn Haimon. Haimon versucht seinen Vater zur Vernunft zu bringen und ihm ins Gewissen zu reden. Die Szene endet mit der Selbstmorddrohung von Haimon, wenn sein Vater Antigone nicht befreit.

Während dem Schreiben ist mir plötzlich aufgefallen, dass ich mir über Haimons Motivation gar nicht im Klaren bin. Ich dachte immer, dass er aus Liebe zu Antigone versucht seinen Vater zu bearbeiten, doch nun, beim genaueren Lesen merke ich, dass es Haimon viel mehr um eine sachlich-argumentative Argumentation geht. Das ändert Einiges für uns, da wir auch noch eine "Liebesszene" zwischen Antigone und ihrem Verlobten Haimon einbauen wollten. Vielleicht ändern wir auch einfach seine Motivation in unseren Inszenierung, dass er um Antigones Befreiung kämpft für seine grosse Liebe. Dies würde für mich persönlich auch viel mehr Sinn machen.

Selbstreflexion:
Mir fällt das Umschreiben bereits viel einfacher als noch vor einer Woche. Es wird langsam zur Routine und ich habe Erfahrung gesammelt. Natürlich bin ich noch immer ein Anfänger, wenn man mich mit anderen Textschreibern vergleicht, aber es fühlt sich immer einfacher und natürlicher an. Das freut mich sehr und motiviert auch noch mehr. Ein wunderschönes Gefühl, wenn einem ein schöner Satz einfällt und er zum Rest passt.

Es ist nötig, dass wir jetzt auch am Wochenende jeweils arbeiten, damit wir es bis zum 13. Juni schaffen, das gesamte Stück umzuschreiben. Ich freue mich auf den Dienstag, wenn ich Tijana endlich wieder treffe und ihr meine Fortschritte zeigen kann und die einzelnen Szenen zu besprechen.

Mittwoch, 23. Mai 2018

1. Epeisodion fertig!

2,5 Stunden, in der Medio
verfasst von Lilja


Heute habe ich endlich den ersten Epeisodion fertig umgeschrieben. Es hat jetzt insgesamt sehr lange gedauert, fast zwei Wochen. Aber man muss auch sagen, dass ich letzten Mittwochnachmittag während der MA-Zeit überhaupt nicht produktiv war und am darauffolgenden Wochenende keine Zeit hatte wegen einem Lager. 

Wir müssen jetzt aber wirklich effizienter arbeiten und geraten schon langsam unter Zeitdruck, da wir das Zwischenprodukt, also die Rohfassung des umgeschriebenen Stücks, am 13. Juni abgeben müssen. Das bereitet mir schlaflose Nächte. 

Ich denke jedoch, dass ich nun schneller im umschreiben sein werde, da ich jetzt langsam weiss, wie es geht und mich öfter mit dem Stück und seinem Text befasse, da ich ab jetzt jeden Tag daran arbeiten muss. Ich hoffe Tijana auch.

Mir ist ausserdem noch eine andere organisatorische Frage eingefallen: 
Wo werden wir mit unseren Schauspielern proben? 
Am besten wäre natürlich die Bühne 2 im Gebäude Sechs der Kanti Baden. Dort probt auch normalerweise das Kanti Theater. Wir müssten jedoch die Schule fragen, ob wir sie nutzen dürften und das Problematische ist, dass unsere Proben meistens am Abend stattfinden werden, da dann die Schauspieler neben ihrem Alltag Zeit haben. Deshalb bräuchten wir schon fast einen Schlüssel für das Gebäude. Ob wir diesen kriegen, ist fragwürdig.

Ich werde meinen Teil jetzt mal Tijana zum Gegenlesen schicken und am nächsten Dienstag triff ich mich mit ihr um noch viele Fragen zu klären, die mir während dem Schreiben noch eingefallen sind. Zum Teil handelt es auch bloss um eine Unklarheit bei einzelnen Sätzen im Buch.

Montag, 21. Mai 2018

Beginn mit dem 2. Epeisodion

1,5 Stunden, von Zuhause
verfasst von Tijana

Heute habe ich mich mit dem 2. Epeisodion beschäftigt. Ich habe Lilja gefragt, ob sie mir das zweite Epeisodion abfotografieren könnte und mir eventuell schicken, damit ich mit zwei Versionen arbeiten kann. Jedoch kamen da schon die ersten Probleme.


Probleme:
Ich muss sagen, dass ich schon mit den ersten paar Sätzen Schwierigkeiten hatte. Das Schreiben von dem Prolog fiel mir um einiges einfacher, daher wurde ich etwas verunsichert. Ich habe Mühe die Aussagen richtig zu verstehen und weiss momentan auch gar nicht wie weiter vorgehen, da momentan weder jemand aus meiner Familie noch Lilja da sind um mir beim Verständnis des Origonales zu helfen. 

Weiteres Vorgehen:
Mein Ziel ist es nun, mich weiter über, vor allem das 2. Epeisodion zu informieren. Dafür werde ich, wenn es sein soll, das ganze Internet durchstöbern. Mit mehr Verständnis werde ich dann hoffentlich weniger Mühe mit dem Umschreiben haben.

Selbstreflexion:
Das Arbeiten fiel mir heute alles andere als leicht. Ich werde sehr schnell wütend und gereizt, wenn ich merke, dass nicht alles so verläuft, wie ich es mir gerne wünsche. Bis jetzt dachte ich immer, dass ich bestimmt keine Probleme mit dem Verstehen der Textstellen habe werde. Leider lag ich da wohl ein wenig daneben. Ebenso bin ich ich seit bald einer Woche krank und dementsprechend fühle ich mich auch nicht fit genug mein Bestes zu geben. Ich weiss, dass wir bald die Abgabe haben und innerlich mache ich mir natürlich schon Stress. Daher habe ich auch ein schlechtes Gewissen, weil ich heute nicht wirklich mit der Arbeit vorangekommen bin. Ich hoffe, dass ich das nächste Mal in besserer Verfassung bin.

Samstag, 19. Mai 2018

Prologos

1 Stunde, von Zuhause
verfasst von Tijana

Endlich fertig mit dem Prologos! Wie in einem früheren Blog Post erklärt, habe ich bereits vor ein paar Wochen in den Ferien mit dem Umschreiben des Prologs begonnen. Jedoch habe ich mir da nicht allzu viel gedacht und einfach mal drauflos geschrieben. Den grössten Teil habe ich sowieso wieder gelöscht, da er mir nicht gefiel. Die letzte Woche habe ich jedoch weiter an dem Prologos gearbeitet und bin für den Beginn sehr zufrieden mit meiner Arbeit. Dabei kam mir eine gute Idee für den Anfang unserer Inszenierung in den Sinn. Ich finde es wichtig, dass wir nicht sofort ins Geschehen stürzen, sondern den Zuschauern erst ein paar Hintergrundinformationen geben. Da Antigone eine sehr wichtige Vorgeschichte mit ihrem Vater Ödipus aufweist, sollte dies in unserer Inszenierung auf keinen Fall fehlen. Dabei dachte ich an einen kleinen Prolog, den eventuell Lilja und ich übernehmen könnten, um so unseren Zuschauern einen kleinen Einblick in in die Vorgeschichte zu gewähren. Unser Traum ist es natürlich immer noch selbst mitzuspielen, jedoch haben wir eingesehen, dass das viel zu aufwendig wäre. Um trotzdem noch ein wenig weiter träumen zu dürfen, könnten wir dieses "Problem" geschickt lösen, indem wir den Prolog übernehmen. Meiner Meinung nach eine gute Idee. Ich lasse diese einfach mal im Raum stehen und mache mir aber noch ein paar weitere Gedanken dazu. 
Zurück zum Stück. Die Geschichte beginnt mit Antigone, die das Stück mit den Worten: "O Schwester, du mein eigen Blut, Ismene", einleitet.
Ich habe mir viele Gedanken zu diesem Satz gemacht und mich gefragt wie man diesen wohl am geschicktesten umschreiben könnte, ohne dass er zu altmodisch klingt. "Schwesterherz" oder "Schwesterlein", finde ich einfach schrecklich. Daher kam mir die Idee, dass Antigone ihre Schwester Ismene rufen könnte. Dies könnte man gut darstellen, indem sie leer in das Publikum blickt und sagt: "Wo ist meine Schwester? Hat irgendjemand meine Schwester Ismene gesehen?". Somit weiss das Publikum sofort, dass es sich um ihre Schwester handelt. Der blosse  Ausdruck "Ismene" wäre meiner Meinung nach nicht verständlich genug, da der Zuschauer natürlich nicht wissen kann, um wen es sich handelt.


Selbstreflexion:
Den Prologos umzuschreiben fiel mir ehrlichgesagt gar nicht so schwer. 
Bis jetzt ist alles ziemlich verständlich geschrieben und allgemein gefällt mir der Prologos sehr gut. Ich mag dieses Gespräch zwischen den beiden Schwestern. Antigone, total aufgebracht, jedoch fest entschlossen, ihrem Bruder die letzte Ehre zu erweisen und sogar bereit dafür den Tod als Konsequenz ihres Handelns in Kauf zu nehmen. Ismene, die Antigones Handeln alles andere als verstehen kann und sich weigert, der eigenen Schwester zu helfen. Zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Für mich die perfekte Einstiegsszene.
Obwohl ich weiss, dass wir langsam in Zeitdruck geraten versuche ich ruhig zu bleiben und gelassen an die Sache heranzugehen. Bis jetzt läuft doch alles tiptop. Ich hoffe wir können dies beibehalten obwohl ich sagen muss, dass wir anfangen sollten schneller zu tippen. 


Umschreib-Strategie:
Zu meiner Umschreib-Strategie kann ich sagen, dass ich ziemlich ähnlich vorgegangen bin wie Lilja (erwähnt im letzten Post). Zu Beginn lese ich immer den Originaltext aus meinem Buch. Dann lese ich jedoch auch den Text aus Liljas Buch, da wir ja verschiedene Versionen davon haben und vergleiche die beiden Textstellen miteinander. So erleichtere ich mir das Verständnis und kann die Aussage viel einfacher und besser verstehen. Mit der Charakterisierung der Rollen kann ich mir ein Bild im Kopf machen und in etwa vorstellen, wie es am besten klingen soll. Die schwierigen Stellen überspringe ich und komme später nochmals auf sie zurück.

Mittwoch, 16. Mai 2018

Von der Schreibblockade und meiner Umschreib-Strategie

1,5 Stunden, in der Medio
verfasst von Lilja

Heute wollte es bei mir einfach nicht klappen. Ich konnte mich einfach nicht konzentrieren und deshalb blieb das weisse Blatt auf meinem Word-Dokument einfach leer. Ich habe wirklich versucht, irgendetwas Gescheites zusammenzuwürfeln, aber immer wieder schweifte ich ab oder wurde von meinen Mitschülern abgelenkt. Das ist der Nachteil am Arbeiten in der Mediothek der Kanti, da man fast jedes Gesicht kennt.

Selbstreflexion:
Ich bin schon sehr enttäuscht von meiner Arbeitsdisziplin und fühle mich schlecht, da ich weiss, dass wir wirklich jede Minute brauchen können, die wir kriegen. Weil wir noch so viel Arbeit vor uns haben bis zur Zwischenpräsentation im Juni. Aber ich werde sicher am Wochenende noch weiterschreiben, um mein Defizit aufzuarbeiten. 

Grundsätzlich macht mir das Umschreiben Spass und ich finde es spannend, in die Rolle der Regie zu schlüpfen. Bis jetzt wurde mir immer nur ein Stück vorgesetzt, indem ich dann eine Rolle spielte und jetzt bin ich ein wichtiger Teil einer Neuinszenierung und kreiere etwas Eigenes mit Tijana.

Umschreib-Strategie:
Am Anfang habe ich mich oft gefragt, wie man denn da vorgeht, ob es eine Anleitung gibt, wie man richtig umschreibt. Mittlerweile weiss ich, dass dies nicht der Fall ist und man dabei sehr frei ist. Langsam habe ich mir aber eine Strategie, ein Vorgehen angeeignet dazu:
Ich lese zuerst den Originaltext von Sophokles in meiner Reclam-Ausgabe und überlege mir dann, wie ich das in meinen Worten sagen würde. Zudem habe ich unsere Charakterisierung im Hinterkopf und überlege, wie der jeweilige Charakter auf das Geschehen reagiert und wie er sich ausdrückt. Ich habe dann immer noch die Königserläuterungen und eine weitere Lesehilfe (EinFach Deutsch, Antigone ...verstehen) neben mir, die mir helfen. Manchmal spicke ich auch noch auf der Gutenberg-Seite im Internet, die ja noch ein weitere Version des Textes liefert. Es gibt dann aber auch Stellen, bei denen ich nicht weiterkomme. Die überspringe ich jeweils und wage mich später nochmals an sie.

Mittwoch, 9. Mai 2018

1. Epeisodion

3 Stunden, Zuhause
verfasst von Lilja

Ich habe heute begonnen, den 1. Epeisodion umzuschreiben, damit wir unsere ersten Versuche (Tijana hat vor einigen Wochen mal beim Prolog begonnen) Frau Ferrari zeigen können und eine erste Rückmeldung bekommen können. Wir waren uns nämlich unsicher, ob wir das einfach so in unseren Worten wiedergeben können oder ob wir eine bestimmte Technik anwenden müssen. Denn wenn wir das jetzt falsch verstanden haben, können wir das nun noch ändern, weil wir noch nicht so viel geschrieben haben. 
Der erste Epeisodion beginnt mit einem Gespräch zwischen Kreon und dem Chor, der in dieser Situation den Ältesten Rat verkörpert. Später kommt noch ein Wächter dazu, der Kreon vom Verstoss des Bestattungsverbots unterrichtet.

Selbstreflexion:
Beim Schreiben habe ich bemerkt, wie viel vom Buch ich doch nicht ganz verstehe, sei es inhaltlich oder sprachlich. Aber auch hier haben mir die Lesehilfen wieder sehr geholfen. Manchmal konnte ich einen Satz wirklich nicht besser als im Buch schreiben und so habe ich ein paar Teilsätze direkt von meiner Reclamausgabe übernommen, aber diese Freiheit lasse ich mir. Schwierige Sätze habe ich markiert und möchte ich mit Tijana besprechen und hoffe, dass ihr ein besserer Ausdruck einfällt.
Ich habe sehr viele Hintergrundinformationen zur Geschichte, welche unseren Zuschauern, die wir erreichen möchten, nicht besitzen. Ich finde es noch gefährlich, dass ich es so umschreiben muss, dass es dann immer noch Sinn macht und der Zuschauer der Geschichte folgen kann. Oder das ich nicht einfach Sachen streiche, weil sie für mich sowieso klar sind, aber am Ende nicht für jemand, der die Geschichte nicht schon kennt.

Auch Tijana ist momentan gerade am Umschreiben. Wir haben beschlossen, dass wir dies nun individuell, Zuhause machen können und uns nicht jeden Mittwoch treffen müssen dafür. Es geht aber voran!

Lintija

40 Minuten, an der Kanti
verfasst von Lilja, in Zusammenarbeit

Nun haben wir endlich festgelegt, dass unser Stück in einer fiktiven Stadt spielen soll:

In...Trommelwirbel bitte...LINTIJA. Der Name hat sich ganz einfach aus unsern beiden Vornamen zusammengesetzt und ist mittlerweile in unserem Wortschatz schon tief verankert. Im Original Stück von Sophokles spielt die Geschichte in Theben. Doch wir möchten mit einem neuen Namen klar zeigen, klar definieren, dass wir uns nicht mehr in der Antike, in Griechenland befinden und etwas Eigenes schaffen. Etwas, dass es noch nicht gibt, wie Lintja.
Eigentlich wollten wir unsere Stadt zuerst Litija taufen, aber zu unserem Erstaunen, gibt es bereits eine Gemeinde in Slovenien, die so heisst. Wir möchten aber eine fiktive Stadt, in der ein fiktives System herrscht, schaffen und deshalb muss es etwas sein, dass es noch nicht gibt. 
Wir sind gespannt, wie viele vom Publikum wohl den kleinen Scherz verstehen, dass unsere Stadt aus unseren Namen besteht.

Montag, 7. Mai 2018

Gespräch mit unserer Betreuungsperson

15 Minuten, von Zuhause
verfasst von Tijana

Es ist dringend an der Zeit wieder ein Gespräch mit unserer Betreuungsperson zu führen! Wir haben einige ungeklärte Fragen und heute hatten wir das Glück uns kurz in der 10-Uhr Pause mit Frau Ferrari zu treffen. Leider war Lilja nicht dabei, da sie an einer Theaterprobe für die Blaue Lunte war, daher musste ich alleine gehen.
Das Gespräch verlief sehr schnell und gut und ich kann sagen, dass ich sehr glücklich wieder zurück in den Biologie Unterricht gehen konnte. Meine erste Frage war bezüglich des Abgabetermins der Maturaarbeiten. Wir haben nämlich von Freunden mitbekommen, dass die Abgabe schon am 6. November 2018 ist, doch leider findet unsere Aufführung  erst am 7. November 2018, also einen Tag später, statt. 
Frau Ferrari meinte, dass dies absolut kein Problem darstellen würde und wir den schriftlichen Teil zum gewohnten Termin abgeben sollten. Unsere Inszenierung findet deshalb zum abgemachten Termin, den 7. November 2018 statt. Verrückt zu denken, dass wir schon so früh unser Aufführungsdatum festgesetzt haben. Der November scheint uns noch so fern zu sein, aber wir fanden es wichtig alles schon perfekt im Vorhinein zu planen. Schliesslich möchten wir nicht in Zeitdruck geraten, was wir wahrscheinlich so oder so werden, aber keinen Aufführungsort zu haben, wäre Katastrophe genug. 

Des weiteren machten wir uns Sorgen um das Umschreiben. Lilja und ich haben beide mit einem kleinen Textteil angefangen und wir wussten nicht so recht, ob wir richtig vorgehen würden oder nicht. Wir sind so vorgegangen, dass wir die Aussage des Textes beibehalten, diesen jedoch in die modernere Sprache übersetzen. Wir waren uns unsicher, ob dies die richtige Vorgehensweise ist oder nicht, darum wollte ich mich unbedingt bei Frau Ferrari versichern lassen. Sie meinte, dass dies eine gute Vorgehensweise wäre und das wir absolut nichts falsch machen würden. Ebenso fand sie es gut, dass wir mit verschiedenen Übersetzungen von Antigone arbeiten, was uns natürlich sehr glücklich machte. 
Mit frischen Elan sind wir "ready" um weiter an unserem Text zu arbeiten.

Dienstag, 1. Mai 2018

Reclam nicht gleich Reclam

10 Minuten, von Zuhause
verfasst von Lilja

Ich war eben in der Buchhandlung und habe mir die Reclam-Ausgabe von Antigone geholt, doch ich musste eben feststellen, dass es sich um eine dritte Version des Textes handelt und nicht dieselbe ist, wie die von Tijanas Reclam-Ausgabe, obwohl es von dem gleichen Verlag ist! Das heisst, dass die Szenen und die Geschichte dieselben sind, jedoch nicht die einzelnen Sätze.

Beispiel: 

Bei Tijana steht: 
Herr, ich behaupte nicht, ich sei vor Eile
In Atemnot, weil mir die Füsse flogen.

Bei mir steht an der gleichen Stelle:

Herr, sagen will ich nicht, dass ich ganz atemlos 
vor Übereile komm und leicht beschwingten Laufs.

Es liegt wahrscheinlich daran, dass Tijanas Ausgabe schon älter ist und vielleicht von jemand anderem übersetzt wurde. Meins ist von Kurt Steinmann übersetzt worden.  

Ich persönlich finde, dass es nicht so schlimm ist, da wir ja sowieso das Stück umschreiben, in unsere eigenen Worte und wir die Sätze umformulieren. Solange die Hauptaussage eines Satzes übereinstimmt, können wir so mit den verschiedenen Ausgaben arbeiten. Vielleicht hilft es uns sogar, die Aussagen aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Mal schauen, was Tijana davon haltet.