Mittwoch, 25. April 2018

Offene Fragen klären

3 Lektionen, an der Kanti
verfasst von Lilja und Tijana, in Zusammenarbeit


Im Zeitplan, den wir in unserem Vertrag erstellt haben, liegen wir ein bisschen zurück und müssen jetzt dringend mit dem Umschreiben beginnen. Aber wir haben einige Fragen klären können und die, bei denen wir uns noch unsicher sind, herausgefiltert.

Zeit: Bestimmtes Jahr?
Ort: Brauchen wir einen bestimmen Ort? Wo spielt die Geschichte?
(beide Fragen hindern uns noch am Umschreiben)
Das Stück könnte auch in einem undefinierbaren Raum spielen und die Zeit muss auch nicht klar definiert sein, jedoch haben wir dann das Problem mit der Einhaltung von Ort und Zeit, die wird im Vertrag verankert haben.

Wie steht Kreon/das Volk von Theben zu den Göttern?
Bevor Kreon an der Macht ist, glaubt das Volk an Götter.
Kreon findet, dass er wichtiger/mächtiger ist als die Götter und sagt das auch zum Volk. Um das unter Beweis zu stellen, muss er Antigone einsperren. Um zu zeigen, dass er der ist, der bestimmt, nicht die Götter.
-> Gotteslästerung
-> Er steht höher als Götter
Für sich selber weiss er aber, dass er nicht mächtiger ist als die Götter und bekommt deshalb auch Angst, als der Seher Teiresias den Zorn der Götter über Kreons Handeln ausspricht.

Beziehung Antigone und Kreon
Antigone hatte schon immer eine eigene Meinung (Rebell).
Kreon machte sie zur Verlobten von Haimon, weil dieser eine starke Frau an seiner Seite braucht um später regieren zu können als Kreons Nachfolger.
Er wusste schon immer, dass sie speziell ist, aber sie war  noch nie ein Problem für ihn selber. Als sich Antigone dann aber gegen ihn stellte, wird sie zum Hindernis (erstes Mal, dass sie gegen ihn geht). 
-> Konflikt Mann-Frau, Onkel-Nichte, er weiss eigentlich, dass sie Recht hat, kann es jedoch nicht zugeben.

In unserer Inszenierung möchten wir die Götter beibehalten, da wir finden, dass sie eine wichtige Rolle spielen und diesen Teil möchten wir nicht missen. Natürlich dürfen wir nicht vergessen, dass wir das Ganze klar von der Antike absetzen müssen. Dabei kommt uns "Das System" in den Sinn. Wir kennen es aus dystopischen Filmen wie "Divergent" oder "The Giver". 
Die Menschen leben in einer scheinbar perfekten Welt. Der Herrscher hat das Sagen. Alle tragen dieselben Klamotten und niemand hat das Recht ein Individuum zu sein. Alle sind gleich. Natürlich denkt jeder, dass dieses System perfekt ist und niemand hinterfragt es. Ausser eine Person. Antigone. Sie ist die Einzige, die versucht aus diesem auszubrechen. 

Selbstreflexion:
Langsam sind wir definitiv bereit mit dem Umschreiben zu beginnen. Natürlich macht uns die Zeit und der Ort noch zu schaffen, aber auch das werden wir mit ein wenig längerem Überlegen klären. Wir haben Familien, die uns sehr bei unserer Arbeit unterstützen. Es sind schon manch gute Ideen durch Gespräche mit ihnen entstanden. Wir hoffen, dass wir diese zwei verbliebenen Fragen bis nächste Woche klären können.
Wir hätten nicht gedacht, dass es so schwierig sein kann, so ein kurzes und kleines Buch zu interpretieren. Obwohl uns das Meiste beim ersten Durchlesen klar war, haben wir erst später gemerkt, wie viele offene Fragen wir doch eigentlich noch haben. Jedoch sind wir glücklich, dass wir das Meiste heute klären konnten.

Weiteres Vorgehen:
Wir haben uns entschieden einen kleinen Teil aus dem Stück zu nehmen und ihn auf nächste Woche versuchen umzuschreiben. Damit erhoffen wir uns einen geeigneten Schreibstil zu finden, da wir beide unterschiedliche  haben. Mit dem Versuch möchten wir schauen, wie sich jede Einzelne von uns das so vorgestellt hat und dann entscheiden, welche Art und Weise uns am meisten gefällt.

Sonntag, 15. April 2018

Starbucks-Session

2 Stunden, im Starbuck Baden
verfasst von Lilja, in Zusammenarbeit

Heute haben wir uns für einen ersten Zwischenstand in den Ferien getroffen. Bei einem kalten Getränk besprachen wir unsere Vorschritte. Dabei war auch viel die Rede vom Regiekonzepts, wie wir was inszenieren möchten. Wir haben miteinander besprochen, wie wir die einzelnen Charakteren wahrnehmen und  dadurch auch schon erste Vorstellungen ihrer Äusserlichkeiten (Kleidung, Haare, Requisiten)  sowie Charakterzügen für unsere Inszenierung gekriegt:


Kreon (ist schon an der Macht)

Autoriär, graue Haare, zurückgebunden, viele Ringe, Brosche, langer Anzug. Streng, mürrisch, unsympathisch - gegen Ende nicht mehr -> Wenn er dann einsieht, dass er unrecht hat (Äusserlich dann unordentlich, zerzauste Haare usw.)

Ismene sehr brav, ordentlich, Haare zurückgebunden, angezogen: Stil Kreon

Antigone, weicht von den andern durch Kleider ab, Haare (halb) offen, unordentlicher


Haimon, eigentlich Weichei, unsicher, erhebt sich plötzlich gegen Vater, angezogen: Stil Kreon


ChorZwillingspaar, Kommentator, Erzähler, holen das Publikum ab.

Von Herr Anthamatten habe ich noch einige Vorschläge zur Umsetzung des Chors gekriegt und diese dann heute gleich an Tijana weitergeleitet. Wir waren uns sofort einig, dass uns diese des Zwillingspaares ( zwei Personen als Chor) am besten gefiel. So werden die Chorpassagen nicht einfach vorgetragen, sondern auch noch spielerisch verpackt. Weil es zwei Personen sind, die den Chor verkörpern, können wir vorallem in den Stasimon (den Standlieder des Chors, die nach jeder Szene kommen) viel mit Dialogen arbeiten und auch in den übrigen Szenen können wir es das Zwillingspaar gut einsetzen.

Selbstreflexion:

Immer neue Fragen tauchen auf, wenn wir miteinander am Regiekonzept arbeiten: Wie möchten wir was darstellen, welche Charakterzüge hat welche Figur? Oder auch: Wie behandeln wir die Tatsache, dass es griechische Götter gibt? Und noch viele, viele mehr. Manchmal haben wir das Gefühl, dass wir unter all den Fragen ersticken. Weil immer neue Fragen auftauchen, haben wir das Gefühl, uns im Kreis zu drehen, dass wir nicht vom Fleck kommen und wir nie fertig werden und endlich mit dem Umschreiben richtig beginnen können. Es braucht sehr viel Zeit und Energie schon nur kleinen Dinge zu entscheiden und Lösungen zu finden. Wir hoffen, dass das Fragen bald ein Ende hat und wir bald effizient arbeiten können.

Mit der Maturaarbeit im Hinterkopf geniessen wir jetzt noch eine zweite Woche Ferien.




Donnerstag, 12. April 2018

Königs Erläuterungen

70 Minuten, in Blonay im Musiklager
verfasst von Lilja



Wir beide haben uns das Büchlein "Antigone: Königs Erläuterungen" für 10 Franken bestellt, indem viele verschiedene Interpretationen, Analysen sowie Charakterisierungen zu dem Originaltext von Sophokles angesammelt sind.


Da uns Frau Ferrari im letzten Gespräch geraten hat, verschiedene Interpretationen zu suchen, die uns helfen, unsere eigene Interpretation des Stücks zu finden, haben wir uns entschieden, nun über unsere Frühlingsferien vor allem zu recherchieren und dadurch hoffentlich zu unseren eigenen Interpretationen vorzudringen.

Musiklager in Blonay
Ich bin momentan gerade im Musiklager in Blonay und wenn ich nicht gerade proben muss, sitze ich an der Sonne und lese im bestellen Buch. Dazu mache ich Notizen einem Word-Dokument, um die wichtigsten Punkte festzuhalten. 

Leider ein bisschen eine schlechte Qualität
Ich habe herausgefunden, dass es sich eigentlich bloss um einen Zweifigurendrama handelt: Auf der einen Seite Antigone, die sich auf das göttliche Recht beruft und auf der anderen Seite Kreon, der absolute Herrscher, für den die Monarchie über allem steht und seiner Meinung nch selbst über den Göttern. Ihre Positionen waren für mich bereits klar, jedoch habe ich Kreons Motivation Antigone einzusperren bis jetzt immer als ein Akt des Bösen angesehen. Doch eigentlich hat er keine andere Wahl. Er muss seine Familie gleich behandeln, wie seine Untertanen und kann bei seiner Nichte keine Ausnahme machen, sonst wird seine Macht in Frage gestellt. Dies hat mich dazu bewegt, nochmals genauer über Kreon nachzudenken, mich in ihn hineinzuversetzen und mich zu fragen, was ich an seiner Stelle getan hätte.  Dennoch gefällt mir die Idee vom bösen Monarchen, vom Kampf zwischen Gut und Böse. Dieser Punkt muss ich mit Tijana sicher noch anschauen und den Charakter von Kreon für unser Stück definieren.

Selbstreflexion:
Ich habe viel über die einzelnen Charakteren, ihre Positionen im zentralen Konflikt und ihre Beweggründen gelesen und zum Teil ganz neue Einblicke in die Geschichte erhalten. Wie das oben erwähnte Beispiel mit Kreons Motivation zu seiner Tat. Des Weiteren sind mir durch das Lesen neue Fragen zu unserer Inszenierung aufgekommen. Zum Beispiel wie wir den Chor darstellen können? Ob diese Rolle bloss eine Person übernimmt oder ob er aus den schon vorhandenen Schauspielern besteht und gemeinsam gesprochen wird. 
Ich bin noch immer motiviert und finde es toll, dass ich endlich mal richtig Zeit habe, mich mit dem Stück auseinanderzusetzen und nicht immer unterbrochen werde durch die Schule und wieder von Neuem anfangen muss. Ich hoffe, Tijana geht es genau so.

Nächsten Sonntag habe ich mich mit Tijana verabredet um mal einen Zwischenstand unserer Recherchen zu haben und einige von meinen neuen Fragen vielleicht bereits klären zu können.