Dienstag, 17. Juli 2018

Probeplan erstellen

15 Minuten, in Brugg
verfasst von Lilja

Im Moment müssen wir an vielen Baustellen gleichzeitig arbeiten. Neben dem Skript und dem Regiekonzept müssen wir auch vorausschauen und ins Auge fassen, was nach den Sommerferien ansteht. Der Hauptteil wird das Proben mit den Schauspielern sein und dafür brauchen wir natürlich einen Probeplan, damit alles ein wenig strukturiert ist. Wir werden szenenweise proben und brauchen deshalb von allen Beteiligten den Stundenplan (oder die möglichen Probezeiten, falls sie nicht mehr in der Kanti sind), damit wir schauen können, wer wann proben kann. Wir können nun auch unabhängig von den Schulzeiten proben, da wir einen Schlüssel für die Kanti haben. Ich frage mich, ob wir dann auch am Wochenende rein dürfen... das muss ich wohl noch nachfragen. 

Deshalb haben wir auch gleich mal einen WhatsApp-Aufruf gemacht und alle gebeten, die Ferien für fünf Minuten auf die Seite zu legen und uns die Stundenpläne zu schicken.


Wir möchten auch gleich nach dem Schulanfang ein Treffen mit allen machen, damit alle einander kennenlernen können und vor allem mal das Stück Szene für Szene miteinander anzuschauen. Es ist auch eine gute Möglichkeit den Schauspielern ihre Rollen zu erklären. Natürlich können die Schauspieler jederzeit auch ihre eigenen Ideen einbringen, aber wir haben als Regie schon eine gewisse Vorstellung und haben uns zu jeder Rolle ein paar Charakterzüge überlegt. 

Zum Beispiel die Seherin:
- blind
- Ein wenig verwirrt (Kleidung)
- Hellseherische Kräfte/ Kontakt zu Göttern (Macht)
- alte Freundin von Kreon

Montag, 16. Juli 2018

Erste Korrektur

4 Stunden, in Brugg
verfasst von Lilja

Bei unserer Zwischenabgabe, wurde an der ersten Fassung des Skripts bemängelt, dass es nicht homogen genug geschrieben ist. Das heisst, dass nicht alles "modern" geschrieben wurde und noch zu nahe bei den beiden Reclam Übersetzungen, die aus dem 19. Jahrhundert stammen, ist. Das war zuerst natürlich ein Schlag ins Gesicht für uns, doch wir wussten, dass die erste Fassung wirklich nur eine erste Fassung war und noch viel geändert und umgeschrieben werden musste. Deshalb konnten wir diesen Punkt nachvollziehen. Als Tijana und ich jedoch das Skript nochmals durchgegangen sind, sind uns sofort diese komischen Begriffe, Ausdrücke und schrägen Sätze aufgefallen. Sie haben förmlich rausgestochen und wir sahen, wie unrein das Ganze geschrieben war.

Deshalb habe ich mir heute nochmals Zeit genommen und das gesamte Skript Stück für Stück durchgelesen und allen alten Begriffen den Kampf angesagt. Ich habe versucht alles so gut in unsere Zeit zu "übersetzten" und zudem habe ich auch noch einige Grammatik und Kommafehler entdeckt. Es war auch gut, dass ganze Stück nochmals zu lesen, denn so konnte ich wieder in die Geschichte eintauchen und wusste, um was es geht und was noch nicht gut war. Ich hatte auch immer die anderen Kritikpunkte im Hinterkopf.

Zum Beispiel habe ich den Konflikt zwischen Alleinherrschaft und Demokratie versucht aufzunehmen und geschickt in einem Stasimon zu verstecken. Der Chor spricht an, wie viel einfacher es doch wäre, wenn die Macht aufgeteilt würde und berichtet sogar von der Vergangenheit, wo so etwas gut und gäbe gewesen sei. Natürlich muss man diese Szenen und Pointen noch genauer ausfeilen, aber ich denke, der Grundstein ist somit gelegt. 

Ich habe auch noch Ismenes Figur geändert. Wir haben beschlossen, dass wir sie zur grossen Schwester machen, zur Vernünftigen, die Antigone von der Tat abbringen will und zudem davon spricht, dass sie ihren Eltern versprochen hat, auf ihre kleine Schwester aufzupassen. Das liefert auch ein gutes Motiv für ihren Selbstmord. Sie kann nicht verkraften, dass sie versagt hat, ihre kleine Schwester zu beschützen. 
Tijana und ich sind stolz darüber, dass wir der Rolle Ismene so eine neue Bedeutung verschaffen konnten.

Das Schwierige heute war, dass ich mir nicht immer sicher war, was alles zu "alt" geschrieben ist und ich gerne jemanden zur Seite gehabt hätte, der mit mir das Ganze durchgegangen wäre. Aber Tijana ist nun mal in den Ferien, was ich ihr auch von Herzen gönne und ich selber später auch noch machen werde. Morgen werde ich nochmals über den Text gehen, es ist jetzt schon spät und es kommt nichts Klares mehr in meinen Kopf zusammen. Aber ich bin zufrieden, konnte ich so konzentriert arbeiten.

Donnerstag, 12. Juli 2018

Rückmeldung und Überarbeitung des Stücks

2,5 Stunden, bei Lilja zu Hause
verfasst von Tijana, in Zusammenarbeit

Ohje, nun sind schon einige Wochen seit der Zwischenpräsentation vergangen. Ich muss gestehen, dass ich seit der Präsentation kaum mehr ans Weiterarbeiten gedacht habe. Natürlich schwirrt mir unsere Maturaarbeit Tag und Nacht im Kopf umher, jedoch denke ich war es für Lilja und mich fürs Erste einmal wichtig, eine Pause einzulegen. Wenn man so lange am gleichen Text arbeitet, ist die Luft irgendwann draussen und man kann nicht mehr. Und genau das ist uns beiden auch passiert. Nach der Rückmeldung von Frau Ferrari und der Note 4.5 im Produkt waren wir ziemlich niedergeschlagen. So viel Arbeit und nur eine 4.5? Ziemlich enttäuschend. Ich wusste danach nicht so recht, wie wir nun weiterfahren sollten. Diese Note hat mir ziemlich die Motivation genommen, was ich total schade fand. Ich wusste jedoch, dass es das Beste wäre den Text für ein paar Wochen auf die Seite zu legen, um kurz durchatmen zu können. 

Jetzt sind wir frisch wieder zurück! Es ist nun der erste Donnerstag unserer ersten Ferienwoche und ich muss sagen, dass es sich noch gar nicht nach Urlaub anfühlt. Der Hintergedanke, dass dieser Sommer nicht nur mit Entspannung, sondern auch mit Arbeit verbunden ist, macht mir ein mulmiges Gefühl im Bauch. Lilja und ich haben uns heute verabredet, um über die Kritikpunkte von Frau Ferrari zu sprechen. Als wir uns gesehen haben, waren wir beide nicht wirklich motiviert. Jedoch konnten wir uns schnell wieder fangen und mit klarem Kopf die Rückmeldung durchgehen. Punkt für Punkt fingen wir an alles zu besprechen. Vor allem die Kritikpunkte zu unserem Produkt konnten wir gut nachvollziehen. Die grösste Kritik von Frau Ferrari lautete nämlich: "Der Text ist noch nicht homogen genug". Dies haben dann auch wir sehr schnell gemerkt. Als wir zusammen den Text durchgegangen sind, sind uns sofort einige alte Begriffe und Formulierungen aufgefallen. Wir haben unser ausgedrucktes Skript genommen und angefangen Verbesserungen darüber zu notieren und Dinge wegzustreichen. Wir konnten uns gut ergänzen und haben auch schnell gemerkt, dass wir dieselbe Vorstellung haben, wie der Text verbessert werden muss. So sind wir die ersten paar Seiten zusammen durchgegangen. Dann haben wir versucht eine der wichtigsten Punkte anzusprechen und zwar: Ismene!
Bei Ismene haben Frau Ferrari und Herr Schatzmann kritisiert, dass ihr Genderelement noch nicht vorhanden ist. Diese Kritik verstehe ich sehr gut. Bei dem Schreiben unseres Skripts und nach etlichen Malen korrigieren, war auch für mich, Ismene die undefinierteste Figur von allen. Ich wollte ihr einen tollen Charakterzug geben, aber irgendwie ist uns dies nicht so gut gelungen. Ich denke, dass unser Kopf gegen Ende zu voll war und wir einfach nicht wussten, wie wir ihre Charakterzüge besser hervorheben könnten. Zum Glück haben wir nochmals die Chance aus ihr einen spannenderen Charakter zu formen.

Wir haben sehr lange diskutiert bis wir entschieden haben, dass:
- Ismene Antigones grosse Schwester ist.
- die Vernünftige der Beiden darstellt.
- ihre Aufgabe ist es, auf ihre kleine Schwester aufzupassen und immer für sie da zu sein.
- da beide Eltern tot sind, muss nun Ismene die Mutterrolle für Antigone übernehmen.
- Zum Schluss hat sie es nicht geschafft auf ihre kleine Schwester aufzupassen und nimmt sich daher das Leben, weil sie diesen Gedanken nicht verkraften kann.



Wir denken, dass sich bestimmt viele grosse Schwestern mit Ismene identifizieren können. Auch ich zum Beispiel bin die grosse Schwester zweier Brüder und habe ständig das Verlangen, auf sie aufzupassen und zu schauen, dass es ihnen gut geht.
Ismene ist sehr herzlich und ein guter Mensch. Als Zuschauer versteht man ihr Handeln und erkennt die grosse Liebe, die sie für ihrer Schwester empfindet. 
So, nun kann ich sagen, dass ich zufrieden bin. Ein Kritikpunkt ist nun geklärt. Juhui.
Bleiben noch einige andere. 

Selbstreflexion:
Nach der Rückmeldung waren wir sehr enttäuscht. Dies hat uns leider ein wenig zurückgeschleudert, aber ich denke, dass wir jetzt stärker denn je zurückgekommen sind. Wir wissen, dass wir eine enorme Arbeit vor uns haben und dass der Weg zum Ziel absolut kein Zuckerschlecken wird. Ich bin zufrieden mit der Rückmeldung, auch wenn es zuerst ein bisschen ein Stich ins Herz war. Kritik ist gut und ich bin sehr froh, dass wir jetzt genau wissen, wie wir fortfahren sollen. Da ich morgen in den Urlaub fahre und Lilja später ebenso, werden wir leider nicht die Möglichkeit haben, uns in den Ferien zu treffen. Also haben wir versucht die Arbeit ein wenig aufzuteilen. Lilja wird nun diese Woche den Text komplett durchgehen und ihn versuchen homogener zu schreiben, so wie wir es besprochen haben. Ich werde versuchen die Vorgeschichte verständlicher zu schreiben und Ismenes Charakter an einigen Stellen besser zu definieren. Dann werde ich ebenfalls Liljas überarbeiteten Text nochmals überarbeiten. So erhoffen wir uns auf den richtigen Weg zu kommen. Den fertigen Text schicken wir dann noch einmal an Frau Ferrari und Herrn Schatzmann bitten sie um ein kleines Feedback. 
Ich kann definitiv sagen, dass ich gestärkt und mit einem Lächeln Liljas Haus verlassen konnte. Ich habe die Hoffnung in unsere Maturaarbeit ein wenig verloren, aber jetzt ist sie endlich wieder da. Ich weiss, dass wir das schaffen können. Lilja und ich müssen nur zusammenhalten und dann schaffen wir alles. 
Davon bin ich überzeugt!

Montag, 2. Juli 2018

Schlüssel

10 Minuten, an der Kanti
verfasst von Lilja


Vor einer Woche habe ich ein Gesuch an Frau Maissen vom Sekretariat geschickt und Sie angefragt, ob wir für die Dauer unserer Proben nach den Sommerferien, einen Schlüssel für das Gebäude 6 ausleihen können. Diesen brauchen wir, damit wir auch noch nach Schulschluss mit unseren Schauspielerinnen und Schauspielern proben können. Das Gesuch wurde bewilligt und ich konnte heute den Schlüssel gegen ein Depot von 100 Franken abholen. 

Der Schlüssel funktioniert nur für die Haupttüren des Gebäude und leider nicht spezifisch für die Bühne 2 (leider auch nicht für den Lift). Deshalb müssen wir wohl einen Zettel an die Türe hängen, damit das Zimmer jeweils offen  bliebt für uns. Ebenfalls müssen wir noch mit Herrn Anthamatten reden und mit ihm abmachen, ab wann wir jeweils proben können, da er selber noch mit dem Kanti Theater dort probt.