Sonntag, 3. Juni 2018

Exodus. Schluss. Ende.

2,5 Stunden, zu Hause
verfasst von Lilja

Ich habe die Türe geschlossen, das Handy abgeschaltet und das Buch aufgeklappt. So gut wie heute klappte es mit dem Umschreiben noch nie! Ich wollte gar nicht mehr aus dem "Schreibflow" rauskommen und nach 2,5 Stunden hatte ich den umgeschriebenen Exodus von "Antigone" vor mir. Ich weiss nicht, wieso es heute so einfach ging. 

Ausserdem kam mir eine sehr gute Idee während dem Schreiben. In der Schlussszene beschreibt der Wächter, wie er mit Kreon zur Gruft von Antigone geht und dort Haimon vorfindet und sieht, wie dieser sich dann umbringt. Meine Idee für die Inszenierung ist, dass während der Wächter erzählt wie Kreon bei der Gruft ist, der Schauspieler von Kreon hinten auf die Bühne tritt und selber spricht, wenn der Wächter davon erzählt. Immer wenn also der Wächter Kreon zitiert, übernimmt Kreon gleich das Gesprochene. Das Gleiche gilt auch für Haimon und Antigone. Hinten wird also das Erzählte nachgespielt.
Das klingt jetzt vielleicht alles ein wenig verwirrend, aber ich muss die Idee noch ein bisschen besser aufschreiben, damit man im Regiekonzept dann auch versteht, was ich meine.

Wir haben uns überlegt, dass Tijana und ich am Anfang, wenn wir die Vorgeschichte erzählen ebenfalls je eine Kerze in der Hand haben und diese dann ausblasen, wenn wir die eben gestorbenen Brüder Eteokles und Polyneikes erwähnen. Dieses Thema wird im Schluss dann wieder aufgenommen vom Chor, der alleine auf der Bühne steht mit einem Kerzenständer mit drei Armen. Für jeden Verstorbenen gibts eine Kerze, die dann bei der Erwähnung des Namens ausgeblasen wird: Ismene, Haimon und schliesslich Antigone. Sind alle ausgeblasen, endet das Stück mit einem Black. Wir wollen eigentlich, dass es am Schluss nur noch das Licht der Kerzen hat, aber wir müssen noch schauen, ob man immer noch genug sieht im Kerzenschimmer.

Selbstreflexion:
Ich bin sehr zufrieden mit meinem heutigen Schreibfluss. Besonders stolz bin ich aber über meine zwei tollen Ideen zur Inszenierung der Schlussszene. Genau das finde ich das Schöne an der Arbeit. Plötzlich kommen wieder neue Ideen auf und man kann sich schon fast bildlich vorstellen, wie die auf der Bühne aussehen könnten. Natürlich heisst das nicht, dass wir es genau so machen, aber es ist schon mal einen sehr guter Anfang.

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