30 Minuten, im Zimmer 9110 der Kanti
verfasst von Lilja, in Zusammenarbeit
Heute hatten wir unsere langersehnte Zwischenpräsentation, wo wir endlich unser harte Arbeit vorstellen konnten.
Wir haben beide schon einige Erfahrungen mit Präsentationen vom regulären Unterricht, wo wir oft vor die Klasse stehen und über ein bestimmtes Thema reden müssen. Doch wir wussten, dass es dieses Mal etwas Anderes sein würde. Das erste Mal präsentieren wir etwas, mit dem wir uns über Monate beschäftigt haben, etwas, das wir selber erschaffen haben. Niemand kennt sich besser mit unserer Maturaarbeit aus, als wir zwei. Deshalb mussten wir nur noch selektieren, was alles in unsere Präsentation gehört. Wichtig waren natürlich die Ideenfindung, die Vorstellung des Zwischenproduktes und unsere einzelnen Arbeitsschritte.
Uns war sehr wichtig, dass unsere Präsentation einen roten Faden hat. Wir haben mit einem Einschnitt aus unserem Theater begonnen, mit dem Gespräch zwischen Antigone und ihrer Schwester Ismene. Wir haben uns für diesen Teil entschieden, weil hier gleich der zentrale Konflikt präsentiert wird: das Verbot von Kreon, Polyneikes zu bestatten. Wir haben es so eingefädelt, dass Tijana ein Satz aus der alten Ausgabe einwirft und ich sie dann korrigiere und so gleich die Idee unserer Maturaarbeit erkläre. Diesen Stil wollten wir über die gesamte Präsentation beibehalten, so dass wir uns immer gegenseitig den Ball zuspielen und so schöne Übergänge vom einen Thema zum anderen schaffen.
Im Verlauf der letzten Woche ist noch der Name unseres Stücks dazugekommen:
Antigoneo
"Neo" bedeutet auf Griechisch "neu" und genau das ist unser Stück: eine neue Version von Antigone. Das haben wir heute dann auch noch erwähnt. Wir sind froh, dass wir endlich einen passenden Namen gefunden haben. Die Idee kam von Tijanas Mutter. Wir haben immer gesagt, dass wir nicht verzweifelt nach einem Namen suchen möchten und genau das haben wir auch nicht, er ist zu uns gekommen, dass war uns wichtig.
Das Gemeine war, dass wir so viel zu erzählen gehabt hätten und gerne alles bis ins kleinste Detail erklären wollten, doch es gibt ein Zeitlimit und dieses beträgt lediglich 15 Minuten Präsentationszeit. Die grösste Schwierigkeit war es daher auszusortieren, was alles wichtig war und was wir weglassen mussten, weil wir sonst das Limit überschritten hätten. Uns wurde von Schülern aus höheren Jahrgängen, die die Maturaarbeit bereits abgeschlossen haben, zu getragen, dass eine Überschreitung des Zeitlimits zu einem Abzug der Note führen würde und dies schien uns ein unnötiger Fehler, den wir unbedingt vermeiden wollten. Dies führte dazu, dass wir manches, wie zum Beispiel das genaue Vorgehen beim Umschreiben des Stücks nicht erklärten, was vielleicht wirklich noch gut gewesen wäre.
Die an die Präsentation anschliessende Fragerunde der Betreuungspersonen hat uns zuvor Angst eingejagt, doch sie war am Ende gar nicht so schlimm und ich denke, dass wir sie zusammen gut gemeistert haben. Durch die Fragen habe ich erst gemerkt, dass ich mir zu manchen Aspekten wenig (vielleicht sogar zu wenig) Gedanken gemacht habe und sie haben mir geholfen, meine Arbeit aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Eine Frage war, was denn für uns, Tijana und mich, die "moderene" Sprache sei und ich denke, dass war die schwierigste. Ich denke, dass genau das sie Schwachstelle unseres umgeschriebenen Skripts ist, denn es ist nicht alles genau gleich geschrieben und ich denke, dass werden die Betreuungspersonen sicherlich kritisieren. Aber es ist ja auch erst eine erste Version von Antigoneo. Natürlich müssen wir noch viel an dem Text arbeiten, bevor wir ihn an unsere Schauspieler weiterreichen können. Das macht aber auch nichts in meinen Augen, da Frau Ferrari ja uns versichert hat, dass das Stück noch nicht im Endstadium sein muss bis zur Zwischenpräsentation.
Jetzt gönnen wir uns seit Langem mal wieder einen freien Mittwochnachmittag ohne Maturaarbeitsstress und machen dann nächste Woche mit neuem Elan weiter. Ich finde, dass haben wir uns verdient. Wir sind schon gespannt auf die Rückmeldung von unseren Betreuungspersonen.
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