Sonntag, 21. Oktober 2018

Das erste Mal alleine proben

3 Stunden, an der Kanti
verfasst von Tijana



Heute fand endlich wieder eine Antigoneo Probe für mich statt. Fünf Wochen war ich nun weg und sehr viel geübt wurde in den letzten drei Wochen selbstverständlich nicht, wegen den Ferien. Dies hat uns in einen enormen Zeitdruck gebracht, wie wir sehr schnell gemerkt haben. Mir war bewusst, dass wir sofort nach der Maturareise wieder anfangen müssen zu proben. Lilja musste heute leider arbeiten. Für mich hat dies jedoch kein Hindernis dargestellt. Schliesslich musste sie auch einige Proben alleine leiten, während ich in Shanghai war. Daher war es für mich eine gute Übung auch mal zu sehen, wie es denn eigentlich ist, wenn man ohne Partner vor den Schauspielern steht. 
Ich war von Anfang an sehr positiv eingestellt und habe mich total auf die Probe gefreut. Leider muss man noch anfügen, dass Shedea und Tim im Sprachaufenthalt sind, Colin die Probe dummerweise vergessen hat und Evelyn verhindert war. Also waren es am Ende nur noch vier von acht Schauspielern. Nicht sehr ideal aber trotzdem war ich nicht bereit, die Probe abzusagen. Wir haben immer noch genug Szenen, die man proben kann. Ebenso ist es für mich wichtig, dass die Schauspieler eine Routine bekommen und die Szenen genug oft durchspielen können. Meine grösste Angst ist es nämlich, dass die Schauspieler unsicher und unvorbereitet an die Aufführung gehen. Ich habe mir stark erhofft, dass nun alle den Text auswendig können, doch leider war dies nicht der Fall. Um ehrlich zu sein, habe ich mit dem gerechnet, da ich selber weiss wie es ist, wenn man alles bis zum letzten Moment herauszögert. Nichtsdestotrotz war ich alles andere als erfreut. Leider kann man niemanden zwingen den Text zu üben, denn schliesslich sind wir die, die auf die Schauspieler angewiesen sind. Ausserdem sind wir keine Lehrer, sondern Freunde, weshalb man es schnell einmal auch ein wenig lockerer nimmt.
Lilja und ich haben nun beide allen nochmals klargemacht, dass wir sie brauchen und wir uns von jedem erhoffen, so schnell wie möglich den Text auswendig zu lernen. Hoffen wir auf das Beste! 
Ansonsten verlief die Probe sehr gut. Wir hatten viele lustige Momente und hatten eine tolle Zeit. Ausserdem habe ich das erste Mal mit Riccardo zusammen geprobt. Ich war ganz aus dem Häuschen, als ich die Kreon-Haimon Szene im 3. Epeisodion zum ersten Mal sah. Mit den langen Haaren, dem Grössenunterschied und ihrer Art könnte man tatsächlich meinen, dass sie Vater und Sohn sind. Ich könnte nicht glücklicher über unseren Entscheid dieser Besetzung sein. 
Beim 5. Epeisodion zwischen Teiresia und Kreon musste ich öfters Inputs geben. Das letzte Mal verlief meiner Meinung nach diese Szene am Besten von allen. Heute war Rebecca jedoch nicht ganz bei der Sache. Sie hat ihr Skript verloren und somit auch wichtige Regieanweisungen, die wir das letzte Mal notiert haben. Daher musste ich sie wieder auf viele Dinge aufmerksam machen. Am Ende jedoch ging es schon viel besser und ich war erfreut, wie schnell sie in der Lage sind, die Kritik umzusetzen. 
Die interaktive Szene im Exodus
Meine Lieblingsszene heute war der Exodus 1. Teil. Da wir jedoch die Hälfte der Schauspieler nicht anwesend hatten, haben wir nur die interaktive Szene geprobt. Hier hat Jenny kurz Antigones Rolle übernommen und tot gespielt. Said und Riccardo waren zu 100% bei der Sache. Es hat sich total real angefühlt und ich hatte ständig Gänsehaut. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie toll die Szene wird, wenn alle dabei sind. Ich freue mich total.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Tag trotz kleiner Besatzung ein voller Erfolg war. Für mich war es natürlich spannend einmal erfahren zu können wie es ist, alleine Regie zu führen. Es war toll, aber mit Lilja ist es natürlich toller. Mir hat oft eine zweite Meinung gefehlt und somit wurde ich ein wenig unsicher. Trotzdem bin ich froh, dass ich die Erfahrung machen konnte. Ebenso macht es mich überglücklich, wenn ich sehe, dass die Schauspieler unser Stück lieben und gerne dabei sind. Dies gibt einem die Bestätigung, dass das was man gemacht hat gut ist und die Menschen es mögen. 
Nach einigen Gänsehaut-Momenten und viel Gelächter gehe ich nun schlafen. Ich kann nicht glauben, dass morgen wieder die Schule beginnt. Fünf Wochen Ferien sind vorbei und etwas mehr als zwei Wochen bleiben bis zur Aufführung. Ich bin jetzt schon nervös.

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