3 Stunden, im Salzhaus und bei Lilja zu Hause
verfasst von Tijana, in Zusammenarbeit
Wieder zurück in der Schweiz! Heute haben Lilja und ich uns nach drei Wochen wiedergesehen. Ich hatte nämlich die Möglichkeit, an einem Austausch in Shanghai mit der Partnerschule der Kanti Baden teilzunehmen. Die paar Wochen waren sehr ereignisvoll und ich brauche immer noch Zeit, um wieder richtig in der Schweiz anzukommen. Während meiner Abwesenheit habe ich unsere Maturaarbeit natürlich keineswegs vergessen. Ganz im Gegenteil. Es verging kein Tag, an dem ich keinen Kontakt mit entweder Lilja oder Said hatte. Ich wollte immer up-to-date sein und erfahren, wie die Proben verlaufen sind. Ich fand es natürlich sehr ärgerlich und schade, dass ich ein paar Proben verpasst habe. Der Austausch mit China kam leider zu einer sehr sehr ungeeigneten Zeit aber leider war ich nicht imstande, dies zu ändern. Zum Glück hat mich Lilja jedoch täglich auf dem neusten Stand gehalten und mir sogar ab und zu Bilder und Videos von den Proben zukommen lassen. Ich war natürlich sehr glücklich zu hören, dass ein paar der Schauspieler den Text schon auswendig können und das Ganze langsam seine Form annimmt.
Heute war der Tag, an dem Lilja und ich uns nach paar Wochen Pause wieder getroffen haben. Es war schön sie wieder zu sehen und zu hören, wie die letzten Wochen so verlaufen sind. Unser Treffen fand gleich im Salzhaus in Brugg statt. Ich war schon seit einer sehr langen Zeit nicht mehr drinnen und als ich das Gebäude wieder betrat, kamen mir sämtliche Kindheitserinnerungen wider empor, da ich früher oft mit der Schule an Veranstaltungen im Salzhaus war. Ich habe schon fast vergessen, wie unglaublich toll die Atmosphäre ist und wie glücklich wir sein können, unser Theater an so einem schönen Ort passieren zu lassen.
Ich bin richtig fasziniert von der Bühne. Mir gefällt der Holz Stil und das zwei Holzbalken auf der Bühne stehen. Das macht die Bühne gleich viel interessanter.
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| Die Bühne | |
Zuerst haben wir uns das Salzhaus genauestens angeschaut und uns versucht vorzustellen, wie das Stück auf der Bühne aussehen soll. Wir haben auch herausgefunden, dass es 180 Stühle gibt, die wir aufstellen könnten. Natürlich ist es jetzt schwierig zu sagen, wie viele Zuschauer tatsächlich kommen werden. Bis jetzt wissen wir, dass sehr viele unserer Freunde kommen werden, dann natürlich unsere Familien, unsere Klassen usw. Wir rechnen daher schon eher mit etwas mehreren Zuschauern aber wir denken, dass 180 Plätze mehr als genug sein sollten. Hoffen wir zumindest.
Dann kam leider jedoch schon unser erstes Problem. Das Licht. Wie man auf dem Foto sieht, gibt es zwei Lichter, die die Bühne von hinten beleuchten und nochmals zwei Lichter von vorne. Blöderweise muss man die Lichter von Hand an und wieder ausschalten, was natürlich alles andere als praktisch ist. Zudem haben wir uns erhofft, auch die grösseren Scheinwerfer zu benützen, da wir unbedingt auch Lichtspots haben wollen, die zum Beispiel nur eine einzelne Person beleuchten. Das Blöde ist jedoch, dass diese extra kosten. 200 Franken. Da dies für uns ziemlich viel Geld ist und sich die Kosten für unser Stück Tag für Tag aufsummieren, mussten wir nach einer anderen Lösung suchen. Zum Glück hat Lilja einen Freund, der uns behilflich sein kann. Er kann uns Lichter organisieren, die man aufstellen muss. Wir haben ihn auch um farbige Lichter gebeten, damit wir auch variieren können und nicht immer nur das gelbe Licht haben. Er hat uns wirklich gerettet. In ein paar Wochen wird er uns diese bringen können und dann können wir die Arbeit weiter an Jan, unseren Lichttechniker, reichen. Juhu, 1 Problem weniger.
Leider kam auch schon schnell das Nächste. Wir haben uns nämlich vorgestellt, einen kleinen Apéro, nach der Aufführung zu organisieren. Helfen werden uns dabei unsere Mütter. Meine ist schon ganz aufgeregt und ist schon am organisieren, was es alles braucht. Wir haben zu Beginn an Chips, Nüsse, Mineralwasser, Orangensaft und evtl. Bier und Prosecco gedacht. Dann haben wir jedoch schnell erfahren, dass es 100 Franken kostet, die Kühlschränke usw. zu mieten. Ebenso mag es der Veranstalter nicht, wenn man Chips isst, da es dann eine riesige Unordnung gibt. Liljas Mutter meinte auch, dass wir höchstwahrscheinlich eine Bewilligung brauchen, um Alkohol ausschenken zu dürfen. Natürlich sind das alles Sachen, an die ich nicht einmal im Schlaf daran gedacht hätte. Jedoch ist dies nicht unsere erste Priorität und darum überlasse ich dies einmal unseren Müttern. Meine wird sich mit Liljas bald in Verbindung setzen und dann sehen wir weiter.
Nach unserer Besichtigung im Salzhaus, sind wir zu Lilja nach Hause gegangen. Dort haben wir uns Gedanken zu den Requisiten und den Kostümen gemacht. Angefangen haben wir mit den Kostümen. Da wir uns in einem System befinden, in dem das Individuum nichts zählt, sind wir der Meinung, dass alle etwa gleich angezogen sein sollten. Dies haben wir versucht mit einer Farbe zu definieren. Jeder sollte ein Kleidungsstück tragen, das in derselben Farbe ist und so die Gleichheit repräsentiert. Wir haben uns vorgestellt, dass Kreon und Haimon etwa gleich angezogen sein sollten. Kreon jedoch, sollte pompöser und auffallender, wie Haimon sein. Er hat zum Beispiel einen langen Mantel oder einen Umhang an, während Haimon nur eine Jacke trägt. Kreon trägt ebenfalls die Herrscherbrosche. Ein Symbol, welches repräsentiert, dass er aus der Herrscherfamilie stammt und somit adelig ist. Es stellt in unserer Interpretation den Ersatz einer Krone dar. Haimon trägt ebenfalls eine Brosche. Eine, die jedoch etwas kleiner und weniger auffallender ist. Er wäre also sozusagen der "Prinz". Ebenfalls möchten wir, dass Kreon viele Ringe an seinen Fingern trägt. Dies sollte unserer Meinung nach ebenfalls zeigen, dass er mächtig ist und eine Menge Geld hat. Alles in einem sind Kreon und Haimon dunkel angezogen.
Antigone ist ja eigentlich unsere "Rebellin". Für sie haben wir uns gedacht, dass es passen könnte, wenn sie schwarze zerrissene Hosen anzieht. Dies zeigt ihre rebellische Art und das sie sich nicht darauf achtet, was sie anzieht. Ebenfalls passend wären Dr. Martens, da die Schuhe sehr grob aussehen und ziemlich auffallend sind. Welches Oberteil dazu, wissen wir leider noch nicht so genau. Ihre Haare wird sie offen tragen, was ebenfalls zeigt, dass sie sich gegen dieses System wehrt und anders wie die anderen ist.
Ismene wir ein Kleid tragen. Sie ist die vernünftige Schwester und dies sollte man ihr auch ansehen. Sie legt Wert darauf, dass sie angemessen angezogen ist und sich in das System fügt. Dies zeigen auch ihre Haare, da diese im Vergleich zu Antigone frisiert sind. Sie wird sie halb offen tragen. Auch sie wird eine Art Dr. Martens tragen, jedoch nicht so hohe und elegantere.
Beim Wächter sind wir uns noch am unschlüssigsten. Wir wollen, dass er eher schlicht und dunkel angezogen ist. Dunkel, da er für die Herrscherfamilie arbeitet. Womöglich wird er den Strick mit sich tragen, mit dem sich Antigone zum Schluss erhängt.
Teiresia wird die einzige sein, die bunt angezogen ist. Sie lebt nicht in Theben und ist etwas Übernatürliches. Ihre Art ist ziemlich verrückt und daher möchten wir auch, dass sie verrückt aussieht. Mit weiten Hippie-Hosen, einem farbigen T-Shirt, Sandalen und offenen zerzausten Haaren, sollte dies gut rüberkommen.
Der Chor soll aufeinander abgestimmt sein. Da sie sehr weise sind und Kreon immer gut beraten, sollten sie elegant angezogen sein. Wir dachten, dass es gut aussehen würde, wenn sie beide ein Hemd tragen würden. Chor 1 trägt dabei noch eine Fliege und Chor 2 eine Masche in ihrem Haar. Ebenfalls tragen sie die gleiche Farbe der Hosen und elegante Schuhe.
Mit den Outfits möchten wir nicht nur das Moderne zeigen, sondern auch den Charakter der einzelnen Personen. Bis jetzt sind wir sehr zufrieden mit diesen Ideen. Wir haben auch versucht, darauf zu achten, dass jeder diese Kleidungsstücke zu Hause besitzt und wir nichts extra kaufen müssen. Nach den Ferien werden wir alle bitten, die Kleider zu einer Probe mitzubringen und dann werden wir sehen, ob dies auch tatsächlich gut aussehen wird.
Zum Schluss haben wir uns Gedanken zu den Requisiten gemacht. Wir werden einen königlichen Sessel für Kreon haben, für den wir schon genauste Vorstellungen haben. Meine Mutter konnte solch einen Stuhl zum Glück finden, jedoch müssen wir die nächsten paar Tage schauen, ob wir diesen ausleihen dürfen oder nicht. Ebenfalls bekommen wir einen Ganzkörperspiegel von meiner Tante geschenkt. Diesen werden wir dann silbrig ansprühen, um ihn moderner aussehen zu lassen. Ebenfalls wird sich meine Mutter um ein Seil kümmern, welches wir dann als Strick benützen können und womöglich auch besprühen werden. Ich bin unendlich dankbar für die ganze Unterstützung welche wir kriegen. Meine Familie ist beinahe so aufgeregt wie ich und will ihre Hilfe, wo es nur geht, anbieten. Dies ist keinesfalls selbstverständlich und ich weiss gar nicht, wie ich mich bedanken soll bei allen. Sie nehmen uns wirklich ein grosses Stück Arbeit ab.
Heute war ein Tag, an dem es endlich Zeit war, das Organisatorische zu klären. Ich bin überglücklich, dass wir endlich die Kostüme näher bestimmen konnten und abklären, wer welche Requisiten organisieren kann. Natürlich haben wir noch nicht alles und es steht uns immer noch eine Menge Arbeit bevor aber wir sind auf wirklich gutem Weg. Ich bin froh, dass wir heute so produktiv waren und eine Menge klären konnten. Die Arbeit hat tatsächlich Spass gemacht. Ich kann es kaum mehr erwarten!

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