Montag, 11. Juni 2018

Stück überarbeiten

zu Hause
verfasst von Tijana


Ich habe die letzten drei Tage damit verbracht, das komplette Stück zu überarbeiten. Ich muss sagen, dass ich mit meinen Nerven ziemlich am Ende bin. Ich hätte nie in meinem ganzen Leben gedacht, dass dies so lange dauern würde. Ich kann nicht einmal sagen, wie lang ich überhaupt dafür gebraucht habe. Ich habe schon aufgehört die Stunden zu zählen. Am Samstag und Sonntag war ich bis 01:30 Uhr wach.
Als wir das ganze Stück zusammengetragen haben war ich unglaublich glücklich und stolz auf unser Werk. Ich dachte nur, dass ich eventuell ein paar Stellen umschreiben muss und die Kommas korrigieren. Jedoch wurde eine riesige Arbeit daraus. Mir wurde schnell klar, wie unzufrieden ich eigentlich mit unserer Arbeit bin, als ich anfing zu überarbeiten. Ein riesen Problem war, dass Lilja und ich uns die Arbeit aufgeteilt haben. Als Beispiel: Ich habe mit dem Prolog und dem 2. Epeisodion angefangen. Lilja hingegen mit dem 1. und 3. Epeisodion. Wir haben also immer zwischen den Epeisodions abgewechselt. Dies hat dazu geführt, dass die Übergänge total unstimmig waren. Ebenfalls haben Lilja und ich hauptsächlich mit dem Originaltext von Antigone gearbeitet. Wir sind dabei vorgegangen, dass wir Satz für Satz übersetzt haben. Grosse Textpassagen haben wir einfacher zusammengefasst. Hier war das Problem, dass man gemerkt hat, dass wir einfach Satz für Satz übersetzt haben. Natürlich waren auch viele Stellen sehr gut, doch mit dem Grossteil war ich nicht wirklich zufrieden. Also habe ich angefangen zu überarbeiten. 
Meine Mutter war immer da, wenn ich Schwierigkeiten mit dem Verständnis des Textes hatte, was mir wirklich sehr geholfen hat und ich auch unglaublich dankbar war. 
Sie hat mir ebenfalls vorgeschlagen, unbedingt mit den Interpretationen zu arbeiten.
Bei Liljas Text fiel mir leider ein paar Mal auf, dass sie ein paar Textstellen im Buch falsch verstanden hat. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig richtig zu lesen, mit Interpretationen zu arbeiten und darüber zu reden.  Antigone ist ein sehr schwieriges Werk und ich denke, dass keinem von uns dies wirklich bewusst war. Daher musste ich bei ein paar Textstellen oder sogar ganzen Epeisodions von ganz vorne beginnen. Dies war eine unheimlich grosse Arbeit. 

Selbstreflexion:
Ich habe die Erläuterungen bestimmt tausend Mal gelesen. Langsam kann ich das ganze Stück auswendig. Für mich ist es sehr wichtig, dass ich am Schluss sagen kann, dass der Text zu 1000% perfekt ist. Natürlich wird er das nie sein, jedoch will ich unser Skript mit bestmöglichem Gewissen abgeben können. Dabei ist mir auch wichtig, dass alle wichtigen Aspekte vorkommen und Lilja und ich die Hauptaussage des Buches auch wirklich verstanden haben. Ich habe mir wirklich zu jeder Szene Gedanken gemacht. Nichts ist einfach mal so dahingeschrieben, sondern wurde unzählige Male durchdacht. Jetzt ist unser Stück fertig. Ich hoffe Lilja wird es genauso sehr lieben wie auch ich. Ich denke, dass wir etwas wirklich Einzigartiges auf die Beine gestellt haben und ich kann es kaum erwarten zu sehen, wenn die Schauspieler unseren Text zum Leben erwecken. 
Ich habe jetzt schon viel durch unsere Maturaarbeit gelernt. Falls ich jemals wieder ein Theaterstück schreiben sollte, würde ich einiges anders machen. Ich würde den Text nicht aufteilen. Das aufteilen hat leider zu vielen Schwierigkeiten geführt. Man hat gemerkt, dass zwei Personen die Texte verfasst haben und sie nicht gut übereinstimmen. Des Weiteren würde ich nicht mehr einfach Satz für Satz übersetzen. Dies hat dazu geführt, dass wir beide ziemlich altmodisch geschrieben haben. Meine wie auch Liljas Mutter meinten beim durchlesen, dass der Text zu veraltet klingt. Das machte mich sehr traurig, da in unserem Vertrag steht, dass wir die Sprache modernisieren möchten. Ich fand es ziemlich interessant, dass wir beide so grosse Mühe hatten modern zu schreiben. Normalerweise fällt uns dies überhaupt nicht schwer aber ich denke, da wir uns zu sehr vom Buch leiten liessen, sind wir schnell in die ähnliche Sprache gerutscht. Ich würde in der Zukunft den Text zu zweit verfassen. Natürlich ist das ein grosser Aufwand sich ständig zu treffen und stundenlang zusammen zu arbeiten aber ich denke, dass ich schlussendlich einen grösseren Aufwand hatte, alles zu überarbeiten. Hätten wir von Anfang an zusammengearbeitet, hätten wir nicht mehr so viel korrigieren und ändern müssen. Aber naja, vorbei ist vorbei. Leider können wir jetzt nichts mehr daran ändern. Aus Fehlern lernt man. Es ist das erste Mal für uns, dass wir uns an so eine schwierige Aufgabe wagen. Bei meinen GSW-Arbeiten musste ich auch viel schreiben, jedoch habe ich mir noch nie so viele Gedanken zu einer Arbeit wie zu dieser gemacht. Jetzt verstehe ich auch, wiso man so viel Zeit für die Maturaarbeit bekommt. Man braucht wirklich jede Sekunde davon. Ich habe jetzt schon das Gefühl, dass ich durch die Maturaarbeit gewachsen bin. Es war schwierig ja, aber ich bereue keine Minute, dass ich mich dazu entschieden habe, ein Theaterstück zu machen. Ich würde es immer wieder tun. Eine schöne Erfahrung fürs Leben, die ich mit Lilja machen darf. 

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