3 Stunden, von Zuhause
verfasst von Tijana
Eigentlich sind wir so gut wie fertig mit dem Umschreiben unseres Stücks, doch was uns noch fehlt, ist die Vorgeschichte. Zu Beginn habe ich ein Dokument erstellt, indem ich die Geschichte von Ödipus kurz zusammengefasst habe. Lilja und ich haben diese besprochen und uns entschieden, dass wir mit zwei Kerzen (stehend für den Tod beiden Brüder) die Bühne betreten und dem Publikum eine kurze Vorgeschichte erzählen. Wir waren beide sehr zufrieden mit dieser Idee. Als ich mich jedoch an die Arbeit machte, habe ich gemerkt, dass mir irgendetwas nicht gefällt. Zu langweilig, dachte ich. Also habe ich angefangen mir Gedanken zu machen. Dabei kam mir etwas ganz Besonderes in den Sinn. Zwei Seherinnen. Schwestern, die auf der Durchreise an Lintija vorbeikommen. Sie haben schon vieles gehört und gesehen, vor allem von dem Fluch, der auf der Labdakiden Familie liegt. Dieser Fluch wiederholt sich nämlich alle Tausend Jahre. Somit wird dem Publikum bewusst, dass wir uns nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft befinden. Die zwei Seherin führen zusammen ein Gespräch und reden so über Ödipus und seine Familie. Ebenfalls reden sie von dem Krieg, die die beiden Brüder Polyneikes und Eteokles geführt und sich gegenseitig getötet haben. Dabei kam ihr Onkel Kreon an die Macht. Zu guter Letzt zünden die zwei Seherinnen zwei Kerzen für die gefallenen Brüder an und verlassen die Bühne.
Zunächst kam es so raus, dass ich deine Seherin als die Unwissende und die andere als die Weise darstellte. Die Unwissende fragt daher ständig Fragen, die die Weise dann beantwortet. Jedoch merkte ich schnell, dass dies keinen Sinn ergibt, da beide Seherinnen sind. Die Eine kann demnach alles andere als unwissend sein. Gelöst habe ich das Problem indem ich sie einfach ein normales Gespräch führen liess.
Selbstreflexion:
Ich glaube, dass ich bis jetzt noch nie so zufrieden mit einer Textstelle wie mit dieser war. Ich finde, dass ich das sehr gut gelöst habe, indem ich Lilja und mich als zwei Seherinnen auftreten lasse. Dies machte das ganze perfekt passend zum Rest der Geschichte. Auch weil wir eine Seherin Teiresia haben. Somit gibt es in unserer Welt nur weibliche statt männliche Seher. Mich macht es sehr glücklich, dass Lilja und ich auch in unserem Theaterstück mitwirken können. Wir haben dies nämlich erschaffen und desto schöner ist es auch, dass wir eine Rolle in dieser Welt verkörpern. Ich hoffe Lilja wird nicht böse sein, dass ich etwas komplett Neues daraus gemacht habe. Ich hoffe sie wird den Anfang genauso sehr lieben wie ich.
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