Donnerstag, 12. Juli 2018

Rückmeldung und Überarbeitung des Stücks

2,5 Stunden, bei Lilja zu Hause
verfasst von Tijana, in Zusammenarbeit

Ohje, nun sind schon einige Wochen seit der Zwischenpräsentation vergangen. Ich muss gestehen, dass ich seit der Präsentation kaum mehr ans Weiterarbeiten gedacht habe. Natürlich schwirrt mir unsere Maturaarbeit Tag und Nacht im Kopf umher, jedoch denke ich war es für Lilja und mich fürs Erste einmal wichtig, eine Pause einzulegen. Wenn man so lange am gleichen Text arbeitet, ist die Luft irgendwann draussen und man kann nicht mehr. Und genau das ist uns beiden auch passiert. Nach der Rückmeldung von Frau Ferrari und der Note 4.5 im Produkt waren wir ziemlich niedergeschlagen. So viel Arbeit und nur eine 4.5? Ziemlich enttäuschend. Ich wusste danach nicht so recht, wie wir nun weiterfahren sollten. Diese Note hat mir ziemlich die Motivation genommen, was ich total schade fand. Ich wusste jedoch, dass es das Beste wäre den Text für ein paar Wochen auf die Seite zu legen, um kurz durchatmen zu können. 

Jetzt sind wir frisch wieder zurück! Es ist nun der erste Donnerstag unserer ersten Ferienwoche und ich muss sagen, dass es sich noch gar nicht nach Urlaub anfühlt. Der Hintergedanke, dass dieser Sommer nicht nur mit Entspannung, sondern auch mit Arbeit verbunden ist, macht mir ein mulmiges Gefühl im Bauch. Lilja und ich haben uns heute verabredet, um über die Kritikpunkte von Frau Ferrari zu sprechen. Als wir uns gesehen haben, waren wir beide nicht wirklich motiviert. Jedoch konnten wir uns schnell wieder fangen und mit klarem Kopf die Rückmeldung durchgehen. Punkt für Punkt fingen wir an alles zu besprechen. Vor allem die Kritikpunkte zu unserem Produkt konnten wir gut nachvollziehen. Die grösste Kritik von Frau Ferrari lautete nämlich: "Der Text ist noch nicht homogen genug". Dies haben dann auch wir sehr schnell gemerkt. Als wir zusammen den Text durchgegangen sind, sind uns sofort einige alte Begriffe und Formulierungen aufgefallen. Wir haben unser ausgedrucktes Skript genommen und angefangen Verbesserungen darüber zu notieren und Dinge wegzustreichen. Wir konnten uns gut ergänzen und haben auch schnell gemerkt, dass wir dieselbe Vorstellung haben, wie der Text verbessert werden muss. So sind wir die ersten paar Seiten zusammen durchgegangen. Dann haben wir versucht eine der wichtigsten Punkte anzusprechen und zwar: Ismene!
Bei Ismene haben Frau Ferrari und Herr Schatzmann kritisiert, dass ihr Genderelement noch nicht vorhanden ist. Diese Kritik verstehe ich sehr gut. Bei dem Schreiben unseres Skripts und nach etlichen Malen korrigieren, war auch für mich, Ismene die undefinierteste Figur von allen. Ich wollte ihr einen tollen Charakterzug geben, aber irgendwie ist uns dies nicht so gut gelungen. Ich denke, dass unser Kopf gegen Ende zu voll war und wir einfach nicht wussten, wie wir ihre Charakterzüge besser hervorheben könnten. Zum Glück haben wir nochmals die Chance aus ihr einen spannenderen Charakter zu formen.

Wir haben sehr lange diskutiert bis wir entschieden haben, dass:
- Ismene Antigones grosse Schwester ist.
- die Vernünftige der Beiden darstellt.
- ihre Aufgabe ist es, auf ihre kleine Schwester aufzupassen und immer für sie da zu sein.
- da beide Eltern tot sind, muss nun Ismene die Mutterrolle für Antigone übernehmen.
- Zum Schluss hat sie es nicht geschafft auf ihre kleine Schwester aufzupassen und nimmt sich daher das Leben, weil sie diesen Gedanken nicht verkraften kann.



Wir denken, dass sich bestimmt viele grosse Schwestern mit Ismene identifizieren können. Auch ich zum Beispiel bin die grosse Schwester zweier Brüder und habe ständig das Verlangen, auf sie aufzupassen und zu schauen, dass es ihnen gut geht.
Ismene ist sehr herzlich und ein guter Mensch. Als Zuschauer versteht man ihr Handeln und erkennt die grosse Liebe, die sie für ihrer Schwester empfindet. 
So, nun kann ich sagen, dass ich zufrieden bin. Ein Kritikpunkt ist nun geklärt. Juhui.
Bleiben noch einige andere. 

Selbstreflexion:
Nach der Rückmeldung waren wir sehr enttäuscht. Dies hat uns leider ein wenig zurückgeschleudert, aber ich denke, dass wir jetzt stärker denn je zurückgekommen sind. Wir wissen, dass wir eine enorme Arbeit vor uns haben und dass der Weg zum Ziel absolut kein Zuckerschlecken wird. Ich bin zufrieden mit der Rückmeldung, auch wenn es zuerst ein bisschen ein Stich ins Herz war. Kritik ist gut und ich bin sehr froh, dass wir jetzt genau wissen, wie wir fortfahren sollen. Da ich morgen in den Urlaub fahre und Lilja später ebenso, werden wir leider nicht die Möglichkeit haben, uns in den Ferien zu treffen. Also haben wir versucht die Arbeit ein wenig aufzuteilen. Lilja wird nun diese Woche den Text komplett durchgehen und ihn versuchen homogener zu schreiben, so wie wir es besprochen haben. Ich werde versuchen die Vorgeschichte verständlicher zu schreiben und Ismenes Charakter an einigen Stellen besser zu definieren. Dann werde ich ebenfalls Liljas überarbeiteten Text nochmals überarbeiten. So erhoffen wir uns auf den richtigen Weg zu kommen. Den fertigen Text schicken wir dann noch einmal an Frau Ferrari und Herrn Schatzmann bitten sie um ein kleines Feedback. 
Ich kann definitiv sagen, dass ich gestärkt und mit einem Lächeln Liljas Haus verlassen konnte. Ich habe die Hoffnung in unsere Maturaarbeit ein wenig verloren, aber jetzt ist sie endlich wieder da. Ich weiss, dass wir das schaffen können. Lilja und ich müssen nur zusammenhalten und dann schaffen wir alles. 
Davon bin ich überzeugt!

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