6 Stunden und 30 Minuten, an der Kanti
verfasst von Tijana, in Zusammenarbeit
Heute war ein sehr sehr langer und anstrengender Tag. Unser Tag begann früh. Ich war schon um 7 Uhr morgens wach, da wir die Zeitumstellung hatten. Um 10 Uhr habe ich Lilja mit dem Auto abgeholt und wir sind zur Schule gefahren. Es war seltsam die Schule so früh und dann noch an einem Sonntagmorgen zu betreten. Naja, immerhin waren wir nicht die Einzigen ... anscheinend gibt es noch viele andere Gruppen, die am Sonntag an ihrer Maturaarbeit an der Schule arbeiten müssen.
Zuerst haben wir nochmals das Bühnenbild besprochen. Lilja hat Zeitungen und verschieden grosse Buchstaben mitgenommen, damit wir in etwa sehen können, wie gross die Schrift auf den Stellwänden sein soll. Danach haben wir unser Regiekonzept besprochen. Dabei war wichtig zu erkennen, welche wichtigen Punkte uns noch fehlen und wie wir den Text aufteilen. Nach dem aufteilen des Textes haben wir uns ans Schreiben gemacht. Mit einem Tee in der Hand und guter Musik, war die Atmosphäre für einen kalten Sonntagmorgen schon gleich viel besser.
Dann kamen auch schon die Schauspieler. Wir haben von Anfang an begonnen und haben uns szenenweise vorangetastet. Wir konnten jede Szene proben, ausser die Stasima und den Proproplogos, da Evelyn und Tim verhindert waren. Ich war überrascht, wie gut schon alles lief. Die meisten können den Text beinahe auswendig, bei ein paar anderen hapert es noch. Dies sind dann Momente, die Lilja und mich in Zweifel versetzen. Natürlich ist eine unserer grössten Ängste, dass Patzer auf der Bühne passieren und die Schauspieler ihren Text vergessen. Mir ist bewusst, dass das absolut menschlich ist und uns das Publikum bestimmt verzeihen würde. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass alles gut kommt und unsere Schauspieler überzeugen können. Der Gedanke daran, dass ich nur zusehen und nicht selbst mitspielen und in schwierigen Momenten helfen kann, macht mich nervös. Mit diesem Gedanken muss ich mich noch ein wenig anfreunden.
Auf der anderen Seite habe ich grosses Vertrauen in unsere Schauspieler. Ich weiss, dass sie ihr bestmöglichstes geben, Lilja und mich glücklich zu machen. Daher bin ich überzeugt, dass schlussendlich alles gut kommt.
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| 3. Epeisodion 1.Teil |
Einige haben schon mit den Kostümen geprobt. Wir haben nämlich alle gebeten die Kleidungsstücke mitzunehmen, die sie zu Hause verfügbar haben. Auf dem oberen Bild sieht man Said als Kreon mit dem beinahe fertigen Kostüm. Neben ihm steht Riccardo als Haimon, der sein Kostüm leider zu Hause vergessen hat.
Die Szenen verliefen wie schon gesagt sehr gut. Trotzdem fällt es mir schwer, ein komplett fertiges Stück vorzustellen. Bei einzelnen Szenen habe ich nichts mehr zu kritisieren jedoch kann ich mir nicht alle Szenen an einem Stück, ohne Unterbrechungen vorstellen. Ich denke das liegt daran, dass der Chor noch nie an einer Probe mit allen dabei war. Die Stasimas konnten wir daher nie proben. Ich denke es wird bei der nächsten Probe am Freitag nicht einfach für Tim und Evelyn sein. Während ihrer Abwesenheit haben immer Lilja und ich den Teil des Chors vorgelesen. Sie haben oftmals mittendrin einen Satz. Dies wird vor allem schwer sein, sich zu merken, wann sie drankommen. Es ist daher äusserts wichtig, dass sie die nächsten Male dabei sind.
Nach ein paar Stunden kam dann Jan, unser Lichttechniker, vorbei. Mit ihm haben wir kurz besprochen, welche Lichter wir für ihn organisieren müssen und welches Licht in welcher Szene am besten aussieht.
Dieses Bild ist in der Bühne 2 mit ausgeschaltetem Licht entstanden. Jan hat uns die Idee gegeben, eine einfache Nachttischlampe zu nehmen und sie hinter den Herrscherstuhl und Kreon zu platzieren. Damit würde dann dieser tolle Effekt entstehen, dass Kreon von hinten beleuchtet wird und das Licht durch seine Haare scheint. Ob dies tatsächlich auch auf der Bühne so aussehen wird, werden wir noch sehen. Momentan können wir das Licht nur theoretisch besprechen. Erst in einer Woche, wenn wir uns dann im Salzhaus befinden, werden wir ausprobieren können, was alles möglich ist.
Ebenfalls konnte Jan seinen Kollegen Max fragen, ob er uns die Aufführung aufnehmen kann. Für dies werden wir jedoch eine Kamera, ein Stativ und ein Mikrofon aus der Kanti ausleihen müssen. Es freut mich, dass unser Stück aufgenommen wird und wir so eine Erinnerung fürs Leben haben, welche wir sogar in ferner Zukunft vielleicht unseren Kindern zeigen werden.
Zu Hause dann habe ich mich um das Theben Schild gekümmert, welches der Chor zu Beginn auf die Bühne trägt. Meine Mutter konnte uns ein Bild aus einem Brockenhaus organisieren, das wir ganz einfach übermalt haben. Meine Mutter hatte noch von früher einen Koffer voller Ölfarben zu Hause. Damit habe ich dann den Hintergrund übermalt und mit weisser Farbe "THEBEN" geschrieben.
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| Theben-Schild am trocknen |
Blöderweise haben wir schnell erfahren, dass Ölfarben sehr sehr lange zum trocknen haben. Da ich als Grundlagenfach Musik und nicht Big habe, wusste ich dies dummerweise nicht. Jetzt hoffe ich nur schwer, dass die Farbe nächste Woche hoffentlich trocken ist.
Ebenfalls habe ich mich um Teiresias Blindenstock und den Spiegel gekümmert. Den Spiegel habe ich von meiner Tante geschenkt bekommen, der jedoch noch schwarz war. Da sich ein silbernes-Thema durch unser Stück zieht, wollte ich den Spiegel unbedingt silbern ansprühen, was ich auch mit der Erlaubnis meiner Tante durfte. Für den Blindenstock habe ich einen alten Stock von meinem Bruder genommen, den er seit Jahren schon im Zimmer herumstehen hat. Diesen habe ich ebenfalls silbern angesprüht und mit weisser Farbe noch ein wenig verziert, damit er besser zu Teiresia passt und spezieller aussieht.
Ebenfalls habe ich mich um Teiresias Blindenstock und den Spiegel gekümmert. Den Spiegel habe ich von meiner Tante geschenkt bekommen, der jedoch noch schwarz war. Da sich ein silbernes-Thema durch unser Stück zieht, wollte ich den Spiegel unbedingt silbern ansprühen, was ich auch mit der Erlaubnis meiner Tante durfte. Für den Blindenstock habe ich einen alten Stock von meinem Bruder genommen, den er seit Jahren schon im Zimmer herumstehen hat. Diesen habe ich ebenfalls silbern angesprüht und mit weisser Farbe noch ein wenig verziert, damit er besser zu Teiresia passt und spezieller aussieht.
Trotz eines kalten und langen sonntags hatte ich heute einen sehr schönen Tag. Die Proben sind nicht immer einfach aber grössenteils machen sie wirklich Spass. Wir sind eine tolle Gruppe mit tollen Menschen. Jedoch fällt es uns oftmals schwer ernst zu bleiben, denn wir könnten alle den ganzen Tag nur lachen. Jetzt wo die Aufführung näherkommt, merkt man auch schon ein wenig die Nervosität von allen, vor allem von mir. Zum Glück haben wir nächstes Wochenende noch Zeit, um alles nochmals gut zu festigen!



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