Dienstag, 6. November 2018

Proben im Salzhaus!

Montagabend und Dienstagabend, im Salzhaus Brugg
verfasst von Tijana, in Zusammenarbeit

Nun ist es soweit. Das Salzhaus gehört uns für ganze drei Tage. Jetzt wird es ernst. 

Als ich am Montagnachmittag das Salzhaus betreten und das beinahe fertige Bühnebild gesehen habe, konnte ich nicht stolzer auf Lilja und mich sein. Nach so vielen Monaten harter Arbeit und unseren blossen Vorstellungen im Kopf, war endlich alles zur Realität geworden. Ein schönes Gefühl. Nein, das Gefühl ist nicht nur schön, sondern absolut unbeschreiblich. Ich kann nicht fassen, dass wir es geschafft und die Möglichkeit haben, unser Stück an so einem wunderschönen Ort aufführen zu dürfen. Man könnte meinen, dass "Antigoneo" spezifisch für das Salzhaus Brugg geschrieben worden ist, denn es könnte nirgends besser hineinpassen wie hier.
Als die Schauspielerinnen und Schauspieler alle eintrafen, konnte ich es kaum mehr erwarten, ihre Reaktionen zu sehen. Sie waren alle genauso begeistert wie wir. Die meisten von ihnen waren zuvor noch nie im Salzhaus, weshalb sie von der Atmosphäre total überwältigt waren. 
Danach haben wir alle gebeten ihre Kostüme anzuziehen und sich bereit für die Hauptprobe zu machen. Zuvor haben wir jedoch noch alle zusammen gegessen. Meine Mutter kam vorbei mit Pizzas, Getränken und einem Kuchen, damit alle gesättigt und fit für die Probe sind. 
Jan, unser Lichttechniker, hat unterdessen versucht das Licht einzustellen. Dies ging jedoch nicht so gut, da er sich mit diesen Geräten nicht wirklich gut auskannte. Wir mussten daher die Hauptrobe fürs erste ohne Licht machen.
Dann ging es an die Hauptrobe und ich war unglaublich nervös. Ich habe mich sicherheitshalber mit dem Text ins Publikum gesetzt, falls jemand immer noch Schwierigkeiten hat und ihn vergisst, damit ich dann allenfalls helfen kann. Leider musste ich öfters eingreifen, als mir lieb war. Der Chor vergisst an manchen Stellen den Text immer noch und auch Kreon fällt des Öfteren aus der Rolle. Das hat Lilja und mich natürlich ins Zweifeln versetzt. Trotzdem verlief die Probe sehr gut. Alle Schauspieler waren in ihrer Rolle und haben es richtig genossen, auf der Bühne zu stehen. Meine Mutter hat zugeschaut und meinte, dass sie die ganze Zeit Gänsehaut hatte. Auch ich habe jedem einzelnen geglaubt, was er auf der Bühne erzählte.
Der Montag hat uns alle gestärkt und und grosse Vorfreude auf den Mittwoch gegeben.


Hier ein paar Impressionen:





Dienstagabend:

Am Dienstag war das Licht endlich bereit! Ich habe mich mit Jan und Said zusammengesetzt und das Licht mit ihnen besprochen. Wir haben uns dazu entschieden, dass die Stasima und immer wenn der Chor spricht, das Licht blau ist. Das ist wie das Signal, dass der Chor kommt. 

Bei Streitgesprächen oder dramatischen Szenen wird das Licht rot sein. Bei der Liebesszene ist das Licht etwas gedämmt und rosa. Die Szene im Verlies wird etwas grünlich sein, da es im Verlies düster, kalt und unheimlich ist. Die restlichen Szenen haben wir im normalen weissen - "Tageslicht" gelassen. 
Mit dem Licht sind wir nun sehr zufrieden. Es hat zwar lange gedauert bis wir herausgefunden haben, was am besten wirkt, jedoch sieht es jetzt sehr gut aus. Wir konnten definitiv das Beste aus unseren kleinen Ressourcen ziehen. 

Die Generalprobe: Die Generalprobe am Dienstagabend hätte nicht chaotischer sein können. Es ist alles schiefgelaufen, was hätte schieflaufen können. Unser Bühnenbild ist zusammengebrochen, die Schauspieler hatten einen Totalausfall mit dem Text und haben nur improvisiert, Rebecca hat ihren Blindenstock verloren und alle mussten sich totlachen. Dementsprechend war auch Jan verwirrt und wusste nicht wann er nun das Licht ändern sollte, da nichts mehr nach Skript lief.
Es war zum verzweifeln! 
Ich weiss nicht, ob es die Nervosität war oder welcher Teufel im Spiel war. Das einzige was ich nur hoffen und beten kann, ist das es morgen nicht so läuft wie heute. Wie sagt man so schön: "Wenn die Generalprobe schief äuft, dann wird die Aufführung dafür super laufen". Das hoffe ich stark.
Nach diesem Horror-Durchlauf mussten wir gleich nochmals einen Durchgang machen. Nicht nur wir, auch die Schauspieler waren enttäuscht von ihrem Auftritt. Ich habe mich also hinter die Bühne gesetzt und auf Nachfrage der Schauspieler, die Souffleuse-Rolle übernommen. Falls also ein Patzer geschehen sollte, stehen die Schauspieler nicht ahnungslos da, sondern haben eine Absicherung. Ich denke, dass uns das Publikum Patzer verzeihen wird. Schliesslich sind wir kein professionelles Theater und hatten auch nicht viel Zeit zu proben. 
Der zweite Durchgang lief schon viel viel besser. Und siehe da, jetzt wo ich als Souffleuse dastehe, hat mich plötzlich niemand mehr gebraucht. Alle konnten den Text beinahe perfekt auswendig. 
Ich weiss, dass eigentlich alle den Text können aber mir ist auch bewusst, dass man nun mal Sachen vergisst, wenn man nervös ist. Ich will gar nicht daran denken, wie nervös ich sein werde.
Ich bin positiv gestimmt, dass alles gut kommen wird. Ich habe unheimlich grosses Vertrauen in unsere Schauspieler und bin nun bereit, endlich unserem Publikum zeigen zu können, was wir alles geschaffen haben. 
Noch ein Tag und dann ist es soweit. "Antigoneo" kommt endlich auf die Bühne!

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